Mehr als nur fischen

Haltern "Wir sind die letzten Fischer vom Halterner Stausee", scherzt der 1. Vorsitzende Heinz Stiller.

22.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Und weil das so ist, sind die Fischer bemüht, bei der Bevölkerung nicht in Vergessenheit zu geraten. "Beim diesjährigen Heimatfest wird der Fischereiverein erstmals mit einem eigenen Stand Präsenz zeigen. Dort werden wir vor Ort Forellen räuchern und filetieren und den hungrigen Passanten anbieten. Höchstwahrscheinlich werden auch Fischbrötchen zu unserem Angebot gehören." Am Freitag trafen sich einige Mitglieder des Traditionsvereins schon einmal, um den dazugehörigen Verkaufsstand zu bauen - mit stilechter Fischnetz-Deko. "Vor dem Stand werden wir Stehtische in Form von rustikalen Baumstämmen aufstellen und mit Info-Tafeln über uns informieren", kündigt Mitglied Daniel Winkelkotte an.

"Außerdem spielen wir mit den Gedanken, einen Marktschreier einzusetzen, der die Passanten auf uns aufmerksam macht." Standort wird die Lippstraße sein. Winkelkotte: "Ich denke, dass wir eine interessante Alternative bieten können zu den Essensständen, die immer beim Heimatfest vertreten sind."

Aale im See einsetzen

Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder zu gemeinsamen Arbeitseinsätzen - oft werden dabei Boote oder Uferabschnitte gesäubert. Denn der Fischereiverein bedeutet für sie mehr als nur Fischen. "Der Fischbestand im Stausee geht immer weiter zurück", so Stiller. Die Zeiten, in denen das Fischerhandwerk noch eine große Rolle spielte und es in Haltern große Fischmärkte gab, seien schon seit etwa 20 Jahren vorbei. Stiller: "Die Einnahmen wollen wir nutzen, um Aale zu kaufen und im Stausee einzusetzen - deren Bestand ist dort besonders gefährdet." Der Fischereiverein existiert seit fast 80 Jahren, die Altersstruktur ist sehr gemischt. Die Mitgliederzahl ist auf 100 beschränkt, Interessierte landen daher zunächst auf einer Warteliste. Leonid Sirotin

www.fischereiverein-haltern.de

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