Mehr als nur kraulen

Haltern Balou wedelt freudig mit der Rute als er sich der Kleintierpraxis von Dr. Volker Beyer nähert. Der Golden Retriever ist nicht das erste Mal dort. Er weiß, dass Leckerchen auf ihn warten.

17.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Kaum schließt sich die Tür im Behandlungsraum hinter ihm, hebt er das Bein. Das Malheur behebt die Assistentin schnell mit dem Wisch mopp. Eine Aufgabe von vielen, von denen sich Jana Wloczyk während eines dreiwöchigen Schülerbetriebspraktikums in der Praxis ein Bild machen konnte.

Psychologie der Tiere

Die Realschülerin wusste: "Ich möchte mit Tieren umgehen und ich arbeite gern mit Menschen." Psychologie fasziniert die 15-Jährige, die jetzt die 10. Klasse besucht und danach das Abitur machen möchte. Ihr Vorbild ist Tierpsychologe Martin Rütter - bekannt aus der ehemaligen WDR-Serie "Eine Couch für alle Felle".

Und Janas Arbeit in der Kleintierpraxis deckte sich mit ihren Erwartungen: "Ich war fast überall dabei." Dr. Volker Beyer bezog seinen interessierten Schützling bei Kastrationen oder kleineren Operationen mit ein. Die 15-Jährige reichte ihm das Besteck, das sie zuvor säubern musste. "Natürlich muss auch alles andere gereinigt werden", so Jana. Doch sie schreckte nicht davor zurück, den Müllbeutel heraus zu tragen oder den Behandlungstisch zu wienern.

Sie ging sogar samstags in die Praxis, zusätzlich zu ihren Praktikumsstunden. "Über die Arbeitszeit machen sich die meisten keine Vorstellung", erklärt Dr. Volker Beyer. "Donnerstags sind wir oft bis 21 Uhr hier, samstags auch - und natürlich dann, wenn die Kunden uns brauchen." Denn die stünden selbstverständlich im Mittelpunkt. "Mit den Menschen muss man umgehen können und wollen." Das sei häufig ein Problem.

Falsche Vorstellungen

"Manche Praktikanten haben falsche Vorstellungen. Hier macht man mehr, als nur Hunde zu kraulen", sagt Dr. Volker Beyer, der gern Praktikanten aufnimmt. "Zu meiner Zeit gab es noch kein Schülerpraktikum. Ich begrüße die Möglichkeit, so betriebsinterne Abläufe vermitteln zu können." Jana jedenfalls ist begeistert: "Über den Beruf des Tierarztes habe ich viel erfahren. Ich bin erstaunt, wie viele Tiere krank sind." Ellen Adam

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