Mehr Parkplätze, vier Großveranstaltungen: Das sind die Pläne für den Silbersee in Sythen

rnGrüne sind empört

Am Silbersee sollen neue Parkplätze angelegt und das „Treibsand“ durch vier große Events im Jahr abgesichert werden. „Ja, sind wir denn in einem Tollhaus?“, fragen die Grünen verärgert.

Sythen

, 30.09.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Naturbadestrand Silbersee II soll durch die Aufstellung eines Bebauungsplanes das Nebeneinander von Freizeitnutzungen und schutzwürdiger Natur geregelt werden. Das Verfahren steht ganz am Anfang, die Pläne werden in Kürze öffentlich ausgelegt. Die Planung geschieht laut städtischer Bauverwaltung vor dem Hintergrund, dass vor allem der Silbersee mit seiner großen Wasserfläche, dem feinen Sandstrand und den umliegenden Waldflächen einem starken Erholungsdruck mit erheblichen Konflikten ausgesetzt ist. Der Betrieb Silbersee stoße an seine Grenzen.

Grüne lehnen große Events ab

Um nicht wieder in einen ungeregelten Badebetrieb zurückzufallen, müsse laut Verwaltung zum Beispiel die Gastronomie „Treibsand“ wirtschaftlich abgesichert werden. Das soll durch die Genehmigung zusätzlicher Großveranstaltungen viermal im Jahr mit bis zu 15.000 Besuchern geschehen. Im Ausschuss Stadtentwicklung/Umwelt am 26. September regte das Anette Fleuster (Die Grünen) auf: „Ja sind wir denn in einem Tollhaus? Das können wir den Sythenern nicht auch noch zumuten.“

Eine Gastronomie müsse sich durch hervorragende Küche und guten Service retten und nicht durch große Events. Die Verwaltung dürfe die Politiker nicht durch Androhung eines Rückfalls in vergangenes Chaos Bange machen und die Politiker wiederum dürften nicht auf Biegen und Brechen das Lokal stärken. Das sieht die SPD genauso. Es sei nicht Aufgabe der Politik, Wirtschaftlichkeit herzustellen, man dürfe am Silbersee keinen Präzedenzfall schaffen, sagte Beate Pliete. „Was wir vielmehr wollen, sind zusätzliche Parkplätze“, betonte Anette Fleuster.

2500 Parkplätze

Die wird es auch geben, aber nicht am ursprünglich angedachten Standort auf dem ehemaligen Wasag-Gelände, sondern in einem 35.000 Quadratmeter großen Waldstück gegenüber dem Kalksandsteinwerk am Vogelsberg. Die Parkplätze sollen um 950 auf 2500 erhöht werden, um das wilde Parken in der Sythener Siedlung Lehmbraken und an der Münsterstraße in den Griff zu bekommen. Gleichzeitig sollen eine separate Trasse für Fußgänger, Radfahrer und Rettungsfahrzeuge parallel zur Straße Am Vogelsberg und eine zusätzliche Bushaltestelle direkt an der Münsterstraße erhebliche Verkehrsprobleme lösen.

Einheitliche Gestaltung

Michael Rogge von der Stadtraum-Architektengruppe Düsseldorf ist mit der Planung beauftragt. Er plädierte für die Stärkung des Treibsandes. Es mache für den Betrieb des Silbersees als Badeort einen Unterschied, ob eine Gastronomie vor Ort sei oder nicht. In seinen Plänen kommt deshalb auch der Anbau einer Außengastronomie vor. Außerdem sollen die derzeit noch provisorischen Anlagen von DLRG, Tauch- und Surfclub in feste Gebäudeeinheiten mit einem einheitlichen Gestaltungsbild „überführt“ werden.

Das neue Konzept verfasste eine „Arbeitsgruppe Silbersee II“. Sie besteht aus dem Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde, Mitarbeitern einer Eventfirma, aus Vertretern von Gutachter- und Planungsbüros, der Stadt und des Landesbetriebes Straßen NRW.

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