Massive Kritik an der Milchwirtschaft Pauschale Schuldzuweisungen helfen nicht weiter

Milchkühe stehen in einem Stall.
Milchkühe müssen viel leisten. © Jürgen Wolter
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Zunächst mal vorweg: Ich trinke keine Milch. Nicht, weil ich sie nicht vertragen würde, sondern einfach, weil ich sie nicht mag. Insofern würde es mir leicht fallen zu sagen: Wer mit den Produktionsbedingungen von Kuhmilch nicht einverstanden ist, soll einfach keine mehr trinken.

Die Kritik, die zwei Schauspieler in der Talkshow „3nach9“ an der Milchviehhaltung geäußert haben, hat für große Empörung unter Landwirten gesorgt. Vor allem, weil sie zu pauschal daherkommt und nicht ausreichend differenziert. Aber auch, weil einiges schlichtweg falsch sind.

Im Grundsatz war die Kritik also überzogen, aber nicht in allen Punkten unberechtigt. Dass Milchkühe kein normales Rinderleben führen, ist unbestreitbar. Die Belastung mit dreimaligem täglichen Melken und ständigen Schwangerschaften ist hoch, die Lebenserwartung deshalb geringer als bei frei laufenden Rindern.

Schonende Bedingungen schaffen

Wir müssen uns bewusst sein, dass unser Bedarf an landwirtschaftlichen Erzeugnissen nur unter bestimmten Produktionsbedingungen zu stillen ist. Wenn wir die nicht wollen, müssen wir unser Konsumverhalten umstellen, müssen Bedingungen schaffen, unter denen schonendere Produktion auch wirtschaftlich möglich ist.

Das alles ist leichter gesagt als getan, in Zeiten weltweiter Krisen, Kriege und Inflation. Mit pauschalen Verurteilungen kommt man aber auch nicht weiter.