Heinz Kallhoff kannte sich in der Orts- und Heimatgeschichte von Haltern bestens aus. Dem Plattdeutschen war er besonders verbunden. © Uli Backmann
Nachruf

Mit Heinz Kallhoff verliert Haltern einen engagierten Heimatfreund

Heinz Kallhoff war ein vielfach interessierter Halterner, der sich stets für seine Stadt engagierte. Am 17. Oktober ist der 74-Jährige nach längerer Krankheit gestorben.

Nach längerer Krankheit verstarb am 17. Oktober unerwartet der Halterner Heimatfreund Heinz Kallhoff im Alter von knapp 74 Jahren. Als Sohn einer „Paohlbürgerfamilie“ war er vielseitig interessiert an Halterns Orts- und Heimatgeschichte. Nach der Schulzeit begann er 1963 seine berufliche Tätigkeit bei der Stadtverwaltung Haltern, wo er als Leiter des Ordnungsamtes und danach bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand als Leiter des Büros des Bürgermeisters arbeitete.

Seine Hobbies waren breit gestreut. Im sportlichen galt seine Leidenschaft dem Fußball. Wenn er auch nicht selber aktiv war, besuchte er regelmäßig die Heimspiele des TuS Haltern, bei dem er lange Jahre als Geschäftsführer und danach als 1. Vorsitzender des Vereins tätig war.

Heinz Kallhoff interessierte besonders die Heimatgeschichte

Ein weiteres Interessengebiet von ihm war Halterns Orts- und Heimatgeschichte. Für das seit 1987 jährlich erscheinende Halterner Jahrbuch schrieb er des Öfteren Beiträge in Hoch- und in Plattdeutsch.

Heinz Kallhoff 2018 bei einem Einsatz als Stadtführer in Haltern.
Heinz Kallhoff 2018 bei einem Einsatz als Stadtführer in Haltern. © Blanka Thieme-Dietel (A) © Blanka Thieme-Dietel (A)

Der niederdeutschen Sprache hat er sich besonders intensiv gewidmet. Davon zeugen aus früherer Zeit Beiträge, die er wöchentlich in der damaligen Lokalausgabe der WAZ und auch in der „Halterner Zeitung“ veröffentlichte. Bis zu seinem Tod schrieb er in dem monatlich in Haltern erscheinenden Magazin „Lokallust“ unter dem Titel „Dütt un dat up Hältersk Platt“ einen plattdeutschen Artikel.

Des Weiteren war er Mitbegründer und bis zu seinem Tod Mitglied der 1988 gegründeten „Plattdeutschen Bühne Haltern“, wo er viele Male als aktiver Spieler Rollen übernahm und auch einige Male Regie geführt hat. In den letzten Jahren schrieb er die Rollenbücher der ausgesuchten Stücke ins Halterner Platt um und gab trotz seiner angegriffenen Gesundheit bei den Proben der Bühne noch Tipps und Hilfestellung.

Heinz Kallhoff (vorne) führte Besuchergruppen durch die Sixtus-Kirche.
Heinz Kallhoff (vorne) führte Besuchergruppen durch die Sixtus-Kirche. © Benjamin Glöckner (A) © Benjamin Glöckner (A)

Auch als Stadtführer war Heinz Kallhoff unterwegs

Nicht unerwähnt bleiben soll seine Tätigkeit bei Stadtführungen, die von der Stadtagentur Haltern angebotenen werden. Sowohl am Tage als auch abends, in der Montur eines Nachtwächters, führte er auswärtige Besucher wie auch interessierte Halterner Bürger durch die Innenstadt und erzählte dabei über die Stadtgeschichte, die er mit „Dönkes“ – lustigen Begebenheiten – aus der Vergangenheit Halterns und seiner Bürger zum Besten zu gab. Zudem gehörten Führungen in der Pfarrkirche St. Sixtus zu seinem Programm.

Mit Heinz Kallhoff verliert Haltern einen engagierten Mitbürger und plattdeutschen Heimatfreund.

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