Mit Reggae-Musik von Haltern in die Karibik

Konzert im Trigon

Die Lexus-Allstars sind am Freitagabend mit großer Truppe angereist. Die neun Musiker aus Recklinghausen und Haltern benötigen maximal fünf Minuten, um das richtig volle Trigon zum Schwofen zu bringen. Ihre Art von Reggae-Musik ist aber anders, als die von Bob Marley zum Beispiel.

HALTERN

08.10.2017, 16:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Lexus Allstars aus Recklinghausen mit dem Halterner Jork Vöpel (ganz links) brauchten am Freitagabend nur fünf Minuten um das Trigon auf eine karibische Insel zu beamen.

Die Lexus Allstars aus Recklinghausen mit dem Halterner Jork Vöpel (ganz links) brauchten am Freitagabend nur fünf Minuten um das Trigon auf eine karibische Insel zu beamen.

Um diesen Groove zu produzieren braucht es einen Drummer, zwei Gitarristen, den Bassisten, einen Keyboarder, einen Perkussionisten, einen Saxofonisten und zwei Frontmänner, die sich die „Rhymes“ (Textteile) zuschieben. Die Frontmänner Iceman und Schrubba Knox singen zweistimmig im für die Reggae-Musik typischen jamaikanisch-kreolischen Patois, auf Englisch, auf Deutsch, Coversongs und eigene Lieder.

Der Reggae den die Lexus Allstars präsentieren, hat nur noch wenig mit dem Reggae von Bob Marley oder Peter Tosh zu tun. Die Rhythmen sind schneller, die Songs kürzer, natürlich ist die Soundqualität deutlich besser als in den 70ern und vor allem geht es inhaltlich nur zweitrangig um Jah-Rastafari, die Unterdrückung der Schwarzen und soziale Gerechtigkeit. Hier geht es um Party und coole Grooves. Und die Party anzuheizen, gelingt den Lexus Allstars hervorragend. Rapartiger Sprachgesang wechselt sich ab mit harmonisch zweistimmig gesungenen Passagen, oft unterbrochen von der Aufforderung an das Publikum „to party“, also ordentlich zu feiern.

Die Gäste lassen sich nicht zweimal bitten und singen, anfänglich nur nach Aufforderung, später auch von ganz alleine, ausgelassen mit. Spätestens als das bekannte „Three little birds“ von Marley angestimmt wird, welches in einem Potpourri aus Reggae- und Hiphophits in dem Steigerlied, gekonnt im Reggae-Groove gespielt, endet, rastet das Publikum aus. Das Trigon kocht, schon bevor Raggatta überhaupt angefangen hat, es ist auch schon nach zehn Uhr. Nach einer kurzen Umbaupause geht es weiter mit Raggatta, auch aus Recklinghausen. Diese noch etwas jüngere Truppe spielt satten Reggae der 2000er Jahre. Alles ist präzise, nahezu perfekt aufeinander abgestimmt.

„Vor allem gefällt mir, dass hier deutsch gesungen wird“ sagt ein Gast, „die Band ist klasse, die spielen super zusammen“ ein anderer. Dies ist intelligent durchdachter flotter Reggae, präzise, aber doch mit einer feinen Leichtigkeit präsentiert. Raggatta ist schmaler besetzt als die Lexus Allstars. Hier gibt es den Drummer, den Bassisten, einen Gitarristen, einen Keyboarder und die zwei Frontleute: Florian Bury und Robin Braun. Diese, anders als bei den Lexus Allstars, bestimmen die Band. Das ist es auch, was die Präzision ausmacht. Es wird fast durchgängig im Sprechgesang gerappt, auch hier feiert das Publikum eine großartige Party. Raggatta produziert gegenwärtig eine kleine CD mit fünf Songs „Leinen los“, die ab Dezember 2017 zu haben ist.

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