Mitbestimmung unter dem Dach der AG 78

Keine Doppelstrukturen

Der Ausschuss Generationen und Sozialen reserviert den ersten Tagesordnungspunkt jeder Sitzung für Anträge und Anfragen junger Menschen. Aber auch am Donnerstagabend saß - wie immer - kein junger Zuhörer im Sitzungssaal. Ein Argument mehr, in Haltern erst einmal keinen Kinder- und Jugendbeirat einzurichten.

HALTERN

, 03.06.2016, 16:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mitbestimmung unter dem Dach der AG 78

Vorstandsmitglied Derya Schmidt nimmt am Freitag (28.01.2011) im Sitzungssaal vom Rathaus in Lingen (Landkreis Emsland) an einer öffentlichen Sitzung vom Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) teil. 57 Parlamentarier und 14 Berater im Alter von 11 bis 17 Jahren setzen sich für die Interessen von Kindern und Jugendlichen ein. Das KiJuPa gibt es seit Juli 1998 in der Stadt Lingen und wird jeweils für 2 Jahre gewählt. Foto: Friso Gentsch dpa/lni (zu dpa/lni-KORR.: "Kinder mischen in der Stadtpolitik mit" vom 06.02.2011) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Die Lösung ist eine andere: Der Antrag der FDP wird zunächst bis 2018 ruhend gestellt, dafür öffnet sich die Arbeitsgemeinschaft Jugendarbeit (AG 78) noch mehr für ein Mitspracherecht von Kindern und Jugendlichen an kommunalpolitischen Entscheidungen. Diesen Beschluss fasste der Ausschuss Generationen und Soziales Donnerstagabend einstimmig.

Diskussion über Jugendforum

Auf Anregung von Anne Feldmann (SPD) wird die von Ruth Gerdes geleitete AG 78 Mitte 2017 einen Zwischenbericht geben. Karl-Heinz Berse (Die Grünen) wäre ein Jugendforum lieber gewesen. "Es wurde bisher gesagt, dass die Arbeitsweise der AG für Jugendliche nicht interessant sei und doch soll die Beteiligung der Jugend an Politik nun hier stattfinden." Erster Beigeordneter Hans-Josef Böing machte ihm keine Hoffnung: "Sie beschreiben ein Dilemma, aber ein Jugendforum bindet städtisches Personal, das ich nicht habe." Hiltrud Schlierkamp (CDU) hat den Eindruck, dass das Interesse der Jugend für Politik nicht nachhaltig genug ist. "Das zeigt sich allein schon dadurch, dass hier im Ausschuss die Beteiligungsform nicht wahrgenommen wird."

Parteipolitisch unabhängig

Nach vielen Gesprächen vorab, an denen auch Ausschuss-Mitglieder teilgenommen hatten, kristallisierte sich die Lösung heraus, mit der nun zunächst jede Partei leben kann.

Unter dem Dach der AG 78 soll es Kindern und Jugendlichen möglich sein, an kommunalpolitischen Entscheidungsprozesse zu beteiligen. Die AG 78 legt dabei großen Wert drauf, eine parteipolitisch unabhängige Initiative zu sein. Vorsitzende Ruth Gerdes ist sicher, dass ihr Gremium diese Arbeit leisten kann. "Wir zusammen können viel erreichen. Das heißt aber nicht, dass wir einen Jugendbeirat ausbremsen wollen." Hans-Josef Böing sieht in dem Beschluss erst einmal eine gute Lösung. "Es wäre bedauerlich, wenn unnötig Doppelstrukturen geschaffen würden und jeder für sich allein kämpft."

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