Motorradlärm in Haltern: Internet-Kommentare gehen in alle Richtungen

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Halterner beklagen sich, dass der Motorradlärm in Haltern und in Ortsteilen wie Sythen zugenommen hat. Politik und Verwaltung suchen Lösungen, im Internet wird sehr kontrovers diskutiert.

Haltern

, 02.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Familien aus dem neuen Sythener Baugebiet Elterbreischlag kritisieren, dass der Lärm durch Motorradfahrer erheblich zugenommen hat. Die SPD hatte das zum Anlass genommen, einen Antrag zur Lärmreduzierung auf der Sythener Straße, der Verbindung zwischen den Motorradtreffs Lakeside Inn und Drügen Pütt, zu stellen. Auch die Wählergemeinschaft beantragte Maßnahmen zum Schutz der Halterner vor „zeitweise unerträglichem Lärm“ und zwar noch vor der kommenden Motorrad-Saison.

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Im Ausschuss Stadtentwicklung/Umwelt wurde vereinbart, mit Polizei und Landesbetrieb Straßen.NRW Gespräche zu führen und das Thema am 3. März 2020 im Ausschuss Bauen und Verkehr erneut zu erörtern.

„Mich stören die nicht, der Drügen Pütt ist Kult“

Auf Facebook wird - nach der Veröffentlichung unseres Berichtes - der Motorradlärm auf Halterns Straßen sehr gegensätzlich diskutiert. „Mich stören die nicht, der Drügen Pűtt ist Kult. Das ist Jammern auf hohem Niveau“, heißt es dort unter anderem. In einem anderen Post wird vorgeschlagen, den Drügen Pütt unter Denkmalschutz zu stellen. Tradition gehe vor, es beschwere sich schließlich auch keiner über den grölenden Lärm eines Schützenfestes.

Einige Facebook-Nutzer sind einfach genervt von der Beschwerdekultur in Haltern. Die Stadt lebe vom Tourismus, da müssten Zugeständnisse gemacht werden. „Viel mehr Lebensqualität als in Haltern werdet ihr wahrscheinlich kaum finden“, heißt es.

FDP sieht Kreis und Polizei in der Verantwortung

Dirk Klaus, FDP-Ratsherr, sieht den Kreis Recklinghausen als Geschwindigkeitskotrollbehörde und die Polizei NRW Recklinghausen in der Pflicht. Sie seien die einzigen, die Geschwindigkeiten und Lautstärken messen dürften. „Von einem Genralverdacht gegenüber allen Kradfahrern halte ich gar nichts.“

Ein Sythener fährt ihm in die Parade: Wenn sich die Motorradfahrer benehmen würden, hätte er auch kein Problem mit den Massen. „Aber leider haben einige ihren Gasgriff nicht unter Kontrolle und meinen, ihre Maschinen bei entsprechender Lärmentwicklung bis weit über 200km/h beschleunigen zu müssen.“

Wer soll eine Lärmschutzwand bezahlen?

Gerade in Sythen hatte die SPD eine Lärmschutzwand gefordert. Ein Gutachterbüro hatte allerdings festgestellt, dass die Geräuschemissionen einzelner hochdrehender Motorräder so laut seien, dass selbst mit Lärmschutzwänden in einer Höhe von mehreren Metern kein befriedigender Lärmschutz erreichbar sein werde. Die Politik hatte im Ausschuss dazu gleich die Frage gestellt: „Wer soll das bezahlen?“

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