Mottotage der Realschule abgesagt

Wegen des Flugzeugabsturzes

Für Unmut unter den Schülern der Alexander-Lebenstein-Realschule sorgte in der vergangenen Woche die Entscheidung der Schulleitung, die Mottotage und den Chaostag an der Schule mit Rücksicht auf das vom Flugzeugabsturz betroffene benachbarte Joseph-König-Gymnasium in diesem Jahr abzusagen.

Haltern

, 27.04.2015, 14:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mottotage der Realschule abgesagt

Schulleiter Frank Cremer, hier bei der Entlassfeier der Alexander-Lebenstein-Realschule 2014, hat die diesjährigen Mottotage abgesagt.

"Wir haben sehr gelitten, Tränen vergossen und lange getrauert, doch wir wollen nun auch nach vorne schauen", heißt es in einer E-Mail, die unsere Redaktion aus der Schülerschaft erreichte. "Wir können nicht ewig trauern, und diese Tage geben uns die Chance, uns abzulenken, wieder Freude zu empfinden und zu unserem Alltag zurückzufinden. Wir haben nur einmal Abschluss an dieser Schule."

Am 8. und 9. Juni

Schulleiter Frank Cremer hält die Durchführung der Motto- und Chaostage an der Realschule, die sich die Gebäude mit dem Gymnasium teilt, in der bisherigen Form in diesem Jahr für nicht angemessen. Am 8. und 9. Juni waren zwei Mottotage, am 11. Juni ein Chaostag vorgesehen.

"Wir sind unmittelbare Nachbarn des Joseph-König-Gymnasiums, an dem 16 Schüler und zwei Lehrerinnen nie wieder kommen werden", sagt er. "Bei den Mottotagen verkleiden sich die Schüler, beim Chaostag spritzen sie mit Wasserpistolen, riegeln Gebäudeteile ab und feiern mit überschwänglicher Fröhlichkeit."

Verständnis für Schüler

Die Tage könnten außerdem mit den noch nicht erfolgten Beisetzungsfeierlichkeiten zusammenfallen. Die Schulleitung habe deshalb beschlossen, die Motto- und Chaostage in diesem Jahr abzusagen, so Cremer weiter. Allerdings äußert er Verständnis für den Wunsch der Schüler, ihren Schulabschluss auch angemessen zu feiern. "Wir sind deshalb mit den 10er-Schülern im Gespräch und suchen nach alternativen Möglichkeiten", sagt der Realschulleiter.

Alternativen

Das bestätigt auch SV-Lehrer Dr. Robert Seidel: "Wir überlegen zurzeit gemeinsam mit den Schülern, welche Alternativen es gibt", sagt er. "Einige Schüler waren in der Tat von der Absage nicht begeistert, andere zeigten dagegen Verständnis. Inzwischen gibt es mehrere Vorschläge der Schüler, wie wir den Schulabschluss angemessen feiern können. Einer wäre zum Beispiel eine Verlegung an einen anderen Ort", so Dr. Seidel. "Wir sind mit den Schülern im Gespräch." 

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