Mutmaßliche Vergewaltigung nach Heimatfest: Entscheidung um fünf Männer gefallen

rnSchmeddingstraße

Das Verfahren um die mutmaßliche schwere Vergewaltigung an der Schmeddingstraße ist beendet. Das Landgericht Essen hat eine Entscheidung über die Anklage der Staatsanwaltschaft gefällt.

Haltern

, 13.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Fast zwei Jahre nach der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung nach dem Heimatfest ist klar: Es wird kein Verfahren gegen die fünf Männer geben, denen eine damals 40-Jährige vorgeworfen hatte, sie vergewaltigt zu haben. Das Landgericht Essen hat die Anklage der Staatsanwaltschaft nicht zugelassen, wie ein Gerichtssprecher auf Anfrage erklärt.

„Generell ist es so, dass wir schauen, wie die Beweislage ist“, sagt Dr. Johannes Hidding, Pressesprecher am Landgericht Essen. Die Spurenlage sei nicht ganz eindeutig gewesen. Es habe Aussage gegen Aussage gestanden: Während die Männer von einvernehmlichem Sex gesprochen hätten, habe die damals 40-Jährige von Vergewaltigung gesprochen.

„Die Angeklagten haben als unschuldig zu gelten“

„In solchen Fällen, gerade bei Sexualstraftaten, wird ein aussagepsychologisches Gutachten von der Kammer eingeholt“, so Hidding. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Glaubwürdigkeitsgutachten. Das sei allerdings nur dann gegangen, wenn sich die mutmaßliche Geschädigte dazu bereit erklärt und damit auch die Erlebnisse des 2. September 2017 möglicherweise noch einmal durchlebt hätte. „Dazu war sie nicht bereit“, sagt Dr. Johannes Hidding. Es werde also keine Verhandlung geben, weil eine Verurteilung in der Hauptverhandlung nicht als wahrscheinlich gelten würde.

Das Verfahren ist damit beendet. „Die Angeklagten haben als unschuldig zu gelten“, so Hidding. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen den Beschluss, der schon am 12. Juni 2019 gefallen war, keine Beschwerde erhoben.

Jetzt lesen

Im Januar 2019 hatte die Staatsanwaltschaft Anklage in einem besonders schweren Fall der Vergewaltigung gegen die fünf Männer erhoben, denen vorgeworfen worden war, eine damals 40-Jährige nach dem Heimatfest am 2. September 2017 in der Flüchtlingsunterkunft an der Schmeddingstraße gemeinschaftlich vergewaltigt zu haben. Im Falle einer Verurteilung hätte jedem der damals Angeklagten eine Haftstrafe zwischen zwei und 15 Jahren gedroht.

Laut Anklage hatte die Frau einen damals 22-Jährigen in einer Gaststätte in Haltern kennengelernt. Zusammen ging man in die Flüchtlingsunterkunft an der Schmeddingstraße, wo weitere Männer dazu kamen.

Lesen Sie jetzt