Nach dem Halbjahrszeugnis setzt oft die Panik ein: Nachhilfelehrer und Schule geben Tipps

rnSchlechte Noten

Sind die Noten nach dem ersten Schulhalbjahr schlecht, beginnt oft das große Zittern. Wie reagieren Schüler in Haltern auf ihre Zeugnisse?

Haltern

, 08.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ende Januar wurden die Halbjahreszeugnisse verteilt. Ferien stehen nicht an, es geht nahtlos weiter ins zweite Halbjahr. Für manche Schüler waren die Zeugnisse ein Warnschuss, denn jetzt geht es Richtung Versetzung.

„Das dauert meist noch ein bis zwei Wochen, dann kommen die ersten Anmeldungen“, sagt Stefan Gewecke, der das Lehrinstitut Haltern leitet und dort Nachhilfe vor allem in Englisch, Deutsch, Mathe und Französisch anbietet. „Meist wird nach den Zeugnissen die Lage in den Familie noch ein bisschen diskutiert, dann kommen die Anmeldungen.“

Abiturienten melden sich früher

Schon früher würden sich die Schüler anmelden, die in diesem Jahr Abi machen wollen und feststellen, dass sie Defizite haben. „Die melden sich meist schon ab November, und die Mädels sind dabei teilweise schneller als die Jungs“, weiß Stefan Gewecke aus Erfahrung.

Ihm geht es im Lehrinstitut Haltern nicht nur darum, Wissen zu vermitteln. „Entscheidend ist, dass die Schüler aus eigener Motivation lernen, dabei helfen erste Erfolgserlebnisse. Deshalb versuchen wir, eine positive entspannte Atmosphäre zu schaffen, damit sich die Schüler beim Lernen wohlfühlen.“

„Wie sag ich’s meinen Eltern?“

Mehr als eine Million Kinder bekommen in Deutschland Nachhilfe, das sagen Zahlen der Bertelsmann-Stiftung. Wenn die schlechten Noten erstmal auf dem Zeugnis stehen, stellt sich für viele Kinder die Frage: Wie sag ich’s meinen Eltern?

Sandra Ricken, Schulsozialarbeiterin am Halterner Schulzentrum, hat ein paar Tipps für die Schüler parat. „Man sollte einen günstigen Moment abwarten, um den Eltern die schlechte Nachricht bekannt zu geben“, rät sie. „Wenn der kleine Bruder schreit und das Essen auf dem Herd brutzelt, ist das vielleicht nicht der günstigste Moment“, sagt sie. „Besser ist es, eine Situation abzuwarten, in der die Stimmung entspannter ist.“

Einen Lösungsvorschlag machen

Außerdem, so Ricken, sei es hilfreich, den Eltern gleich einen Gegenvorschlag zu unterbreiten. „Es hilft, wenn ich sage, ‚Ich weiß, dass die Noten schlecht sind, ich werde jetzt mehr lernen‘, oder ‚Ich hab mir überlegt, dass ich vielleicht Nachhilfestunden nehmen sollte‘. Dann merken die Eltern: ‚Aha, er hat schon nachgedacht, es ist ihm zumindest nicht egal‘.“

Da die Schulen aber auch mit den Eltern regelmäßig in Kontakt stünden, seien sie meist schon vor den Zeugnissen über schlechte Noten informiert. „Es gibt ja auch die Elternsprechtage, wir versuchen schon die Eltern kontinuierlich zu informieren.“

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