Nach Fischsterben: Situation in der Zwischenstever wieder besser

rnSauerstoffgehalt gestiegen

Nachdem es in der Zwischenstever vor einigen Tagen zum wiederholten Mal zu einem Fischsterben kam, hat sich die Situation nun etwas entspannt. Die Gelsenwasser AG hat Maßnahmen getroffen.

Haltern

, 03.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Sauerstoffgehalt in der Talsperre Hullern und in der Zwischenstever normalisiert sich langsam wieder. Derzeit liegen die Werte zwischen 3 und 7 mg/l. Das haben die letzten Messungen gegeben. „Am Dienstag ist eine weitere Messung geplant. In den letzten Tagen ist die Wassertemperatur wieder gesunken. Insgesamt entspannt sich die Lage“, so Heidrun Becker, Sprecherin der Gelsenwasser AG. Diesen Eindruck bestätigt auch Anwohnerin Barbara Bonner. „Das Wasser ist zwar stellenweise noch recht dunkel, aber die verbliebenen Fische ringen nicht mehr nach Sauerstoff.“

Mitte August waren die Sauerstoffgehalte in der oberen Stever, der Talsperre Hullern und der Zwischenstever deutlich gesunken. Täglich mussten zwischen 1 und 10 Kilogramm verendete Fische aus der Zwischenstever geborgen werden. Zusätzlich hatten die Starkregenereignisse die Situation bei Hullern und im Oberlauf der Stever verschlechtert. Abschwemmungen von Ufern und Feldern verursachten Trübung und vergrößerten die Sauerstoffzehrung. Das konnten die neu installierten Belüftungsanlagen nicht ausgleichen (wir berichteten).

Abgegrenzte Schicht sauerstoffarmen Wassers

Am Oberlauf der Stever zwischen Senden und Lüdinghausen hat sich die Qualitätssituation mittlerweile entspannt, wie die Untere Wasserbehörde des Kreises Coesfeld vor einigen Tagen vermeldete. In der Talsperre Hullern hat sich seit dem Starkergeneintrag Mitte August im unteren Bereich des Wasserkörpers eine abgegrenzete Schicht sauerstoffarmen Wassers gebildet. Darüber befindet sich der wärmere Wasserkörper. Die Schichtung war zeitweise sehr stabil.

Angesichts des unbekannten Zehrungspotentials des unteren Wasserkörpers und der unbekannten Dauerhaftigkeit der vorhandenen Schichtung hatte Gelsenwasser seit dem 25. August die Kanalwasserentnahme in Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde von 100.000 auf 200.000 Kubikmeter täglich erhöht.

„Ziel der Maßnahme ist der zügige Zufluss von sauerstoffreichem Wasser, um das ökologische Gleichgewicht zu unterstützen“, so Becker.

Die letzten beiden trockenen, sehr warmen Sommer haben die Wasserversorgung vor echte Herausforderungen gestellt: Mancherorts in Deutschland waren die zur Verfügung stehenden Wassermengen phasenweise ausgereizt und die Wasserverteilnetze abends zu Spitzenstunden bis zum Anschlag beansprucht.

„Auch im Gelsenwasser-Versorgungsgebiet verzeichneten wir Höchstabgaben wie zuletzt vor über zwanzig Jahren, als Bergbau und Industrie in dieser Region noch große Mengen Wasser benötigten.“ Das zeige, wie stark der private und landwirtschaftliche Gebrauch in den Sommermonaten gestiegen ist.

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