Nach Tafel-Schließung: Caritas und St. Sixtus springen ein und bekommen Unterstützung

rnTafel pausiert

Weil die Halterner Tafel wegen des Coronavirus geschlossen ist, helfen Caritas und St. Sixtus Hilfebedürftigen nun verstärkt bei der Versorgung mit Lebensmitteln. Und bekommen Unterstützung.

Haltern

, 25.03.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Tafel Haltern am See ist seit vergangener Woche wegen der Coronavirus-Pandemie geschlossen. Weil sämtliche ehrenamtlichen Mitarbeiter zur vom Robert-Koch-Institut definierten Risikogruppe zählten, sei eine vorübergehende Schließung unabdingbar, hatte der Vorsitzende Andreas Heitfeld mitgeteilt.

Bis zum 21. April müssen Bedürftige nun auf die Dienste der Tafel, die überschüssige und gespendete Lebensmittel bereitstellt, verzichten. Verhungern muss deshalb aber niemand. Denn andere Dienste in Haltern springen in die Bresche.

Wie David Schütz, Leiter des Fachbereichs Offene soziale Dienste und Gemeindecaritas bei der Caritas in Haltern, mitteilte, sei zwar die Suppenküche wegen des Coronavirus geschlossen. Dennoch könne sich jeder Mensch in individuellen Notlagen und mit Unterstützungsbedarf bei der Versorgung mit Lebensmitteln an die Caritas wenden. „Wir lassen niemanden im Regen stehen“, betonte Schütz. Er geht davon aus, dass einige der gut 693 Tafel-Kunden nun akuten Unterstützungsbedarf haben. Jeder einzelne Fall werde geprüft und eine entsprechende Notfallhilfe bereitgestellt, versprach Schütz. „Es gibt den einen oder anderen Notfalltopf.“

Fachdienste und Beratungsstelle „Offenes Ohr“ als Anlaufstellen

Anlaufstellen seien, sofern hier bereits ein Kontakt bestehe, die jeweiligen Fachdienste der Caritas. Aber auch die allgemeine soziale Beratungsstelle „Offenes Ohr“ ist zuständig. Diese ist montags bis donnerstags von 10 bis 16 Uhr über die Telefonnummer 02364/92 36 705 erreichbar.

Die Notfallhilfe ist ein gemeinsames Angebot von Caritas und Sixtus-Gemeinde.

Auch dem Projekt selbst wird jetzt eine überraschende und unbürokratische Hilfe zuteil. Die „Bürgerstiftung Haltern - Halterner für Halterner“ will finanzielle Mittel bereitstellen. „Wir wollen unsere Gelder einsetzen für die Menschen vor Ort“, teilte Vorsitzende Reinhild Tuschewitzki gegenüber unserer Redaktion mit. Die Mittel könnten schnell und ohne bürokratischen Aufwand bereitgestellt werden.

Interessierte können spenden

Eine konkrete Summe habe man noch nicht festgelegt. „Wir wollen abwarten, wie groß der Bedarf ist“, erklärte die Bürgerstiftung-Vorsitzende. Sie gehe aber davon aus, dass viele Menschen nun zusätzliche Hilfe benötigten. Interessierte, die das Projekt unterstützen möchten, können an die Bürgerstiftung Haltern spenden.

David Schütz von der Caritas erinnerte ebenfalls an das Solidaritätsnetzwerk „Nachbarschaftliche Hilfe“. Dieses bietet einen Notfalleinkaufsdienst für Bürger in Quarantäne und individuellen Notsituationen an. „Es haben sich viele freiwillige Helfer gemeldet“, freute sich Schütz. Das Netzwerk ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr unter Tel. 02364/92 36 26 7 erreichbar.

Tafel Haltern am See

Verein trotz Pause auch weiterhin auf Spenden angewiesen

Die vorübergehende Schließung der Tafel Haltern am See bedeutet für die Verantwortlichen auch wirtschaftliche Probleme, denn neben Spenden finanziert sie sich auch über die symbolischen zwei Euro, die die Bedürftigen für die Lebensmittel spenden. „Auch wenn die Tafel geschlossen ist, laufen Kosten wie Miete, Heizung, Strom, Wasser und Versicherung für die Fahrzeuge etc. in Höhe von 2000 Euro pro Monat weiter“, berichtete Andreas Heitfeld. Der Erste Vorsitzende der Tafel appelliert daher an die Halterner Bürger, auch weiterhin für die Tafel zu spenden. Dies ist bei der Volksbank Südmünsterland-Mitte eG (IBAN: DE33 4016 4528 0125 0327 00) und bei der Sparkasse Haltern (IBAN: DE90426513150000061531) möglich.
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