Nachbarn entfachen Streit um Spielplatz-Lärm - das ist beschämend

Meinung

In Sythen ist ein Streit um Kinderlärm auf dem Spielplatz entbrannt. Das Problem hätte sich nicht so zugespitzt, wenn beide Seiten zuvor miteinander ins Gespräch gekommen wären. Ein Kommentar.

Haltern

, 30.07.2021, 14:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rund 50.000 Euro hat der neue Holzelefant die Stadt gekostet. Jetzt ist ein Streit um Spielplatzlärm in Sythen entbrannt.

Rund 50.000 Euro hat der neue Holzelefant die Stadt gekostet. Jetzt ist ein Streit um Spielplatzlärm in Sythen entbrannt. © Ingrid Wielens

Die Stadt Haltern hat den Spielplatz am Reiherhorst in Sythen modernisiert. Seitdem nutzen viele Familien das neue Angebot, dass sich besonders durch ein großes Klettergerüst, den Holzelefanten, auszeichnet. Das liegt sicher im Interesse der Stadt, denn die hat immerhin rund 100.000 Euro für die Sanierung ausgegeben. Dass jetzt wenige Anwohner den jungen Familien und ganz besonders den Kindern mit eingeschränkten Öffnungszeiten den Spaß an dem neuen Spielgerät verderben, ist nicht in Ordnung.

Kinder müssen spielen, toben, lärmen, lachen - das ist ein Zeichen dafür, dass sie glücklich sind. Auf dem Spielplatz treffen sie Freunde, tauschen sich aus. Das alles ist notwendig für die kindliche Entwicklung.

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Nun aber beschweren sich Menschen über den Kinderlärm. Das gipfelt im Bau eines meterhohen Zauns. Kinder sind offenbar nicht überall erwünscht.

Die Stadt hat versucht, zu vermitteln, die Lage zu beruhigen. Vergessen hat sie allerdings, beide Seiten im Reiherhorst zu befragen. Dann wäre das Öffnungszeiten-Gebot, mit dem im Rathaus ohnehin sehr sparsam umgegangen wird, vielleicht überflüssig gewesen.

Denjenigen Nachbarn des Spielplatzes, die offenbar in der Minderheit sind und jetzt Stimmung gegen Kinderlärm machen, ist aber ganz besonders vorzuwerfen, dass sie nicht zuerst das Gespräch mit den betreffenden Eltern suchten. Sie involvierten direkt den Bürgermeister. Das ist kein verantwortungsvolles Miteinander. Das ist beschämend.

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