Neonazis störten Diskussionsabend der IG BCE

Rechte Szene

HALTERN Eine Gruppe von 30 Neonazis störte am Donnerstag einen öffentlichen Informations- und Diskussionsabend der IG BCE. Das offensive Auftreten der rechten Szene bei öffentlichen Veranstaltungen sei laut Heiko Klare von der Mobilen Beratung gegen Rechtsradikalismus im Regierungsbezirk Münster neu.

von Von Iris Woitschell

, 22.03.2010, 18:38 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Wir wussten vorher, dass die Neonazis dort auftauchen würden und haben uns bewusst dafür entschieden, die Veranstaltung trotzdem durchzuführen“, sagt Heiko Klare von der Mobilen Beratung gegen Rechtsradikalismus im Regierungsbezirk Münster. Die Absage wäre ein fatales Signal gewesen. Man dürfe nicht immer nur über Demokratie reden, sondern müsse für diese auch aktiv eintreten. Das offensive Auftreten der rechten Szene bei öffentlichen Veranstaltungen sei laut Heiko Klare neu. Das Ziel sei, durch Parolen ihre Ideologie zu vertreten, Präsenz zu zeigen und einzuschüchtern. Strafrechtlich sei ihnen dabei zunächst nicht beizukommen. Bei der Veranstaltung im IGBCE-Bildungszentrum bildeten die Rechtsradikalen ein Drittel der rund 70 Gäste. Drei Wortmeldungen wurden von den Podiumsgästen kurz und knapp beantwortet. Frank Lackmann: „Die wollen nicht diskutieren. Die wollen nur ihre Statements abgeben.“

Bevor Veranstalter Detlef Lüke seine Schlussworte sprechen konnte, stimmten die Rechtsradikalen ein Lied der Hitlerjugend an. Lüke machte von seinem Hausrecht Gebrauch und verwies die Gruppe aus dem Saal. Beim Verlassen des Raumes erhoben die Nazis eine schwarz-weiß-rote Fahne. „Mit den verbliebenden Gästen haben wir dann aufgearbeitet, was passiert ist“, erklärt Heiko Klare. Seiner Meinung nach sind solche Vorfälle unangenehm, in diesem Fall sei jedoch alles gut gelaufen. Es wurden keine Monologe zugelassen, das Mikrofon wurde nicht aus der Hand gegeben und es kam zu keinen Übergriffen. Das wichtigste sei gewesen, dass der Veranstalter mit der Diskussionsveranstaltung Stellung bezogen habe.

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