Neue Belüftungsanlage in der Stever soll Fischsterben verhindern

rnBelüftung in der Stever

Weit über eine Tonne Fische verendeten vor einem Jahr in der Stever. Mit einer Belüftungsanlage wollen Stadt und Gelsenwasser diese Katastrophe in Zukunft verhindern.

Haltern

, 11.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ziemlich genau vor einem Jahr: In den heißen Augustwochen verendeten zahlreiche Fische in der Zwischenstever zwischen Hullerner und Halterner Stausee. Der Grund war Sauerstoffmangel, der zum einen durch die geringe Fließgeschwindigkeit zum anderen durch die Wasserpflanzen entsteht, die zwar tagsüber Sauerstoff produzieren, ihn nachts aber verbrauchen.

Das wollen der Gewässereigentümer, die Stadt Haltern am See, und auch der Trinkwasserversorger, die Gelsenwasser AG, künftig möglichst vermeiden. Am Montag stellten Baudezernent Siegfried Schweigmann, der Leiter des Baubetriebshofs, Gerd Becker, sowie Wasserwerkleiter Magnus Meckelburg eine neue Belüftungsanlage im Unterlauf der Stever vor.

Belüftungssprudel zwischen Alter Garten und Lakeside Inn

Eingebaut worden sind jetzt vier Belüftungssprudel im Bereich der Stever zwischen dem „Alten Garten“ und dem „Lakeside Inn“. „Denn genau dort, so haben es auch die Messungen zuvor ergeben, war der Sauerstoffgehalt am niedrigsten“, erklärt Siegfried Schweigmann. Diese Anlagen werden nun, wenn der Sauerstoffanteil im Wasser geringer wird, per Zeitschaltuhr eingeschaltet – überwiegend in den Nachtstunden.

Vier Belüftungsanlagen sind jetzt im Unterlauf der Stever installiert.

Vier Belüftungsanlagen sind jetzt im Unterlauf der Stever installiert. © Jürgen Wolter

„Wir kontrollieren aber ständig die Wasserqualität, so dass die Belüftung auch unabhängig von den Intervallen eingeschaltet werden kann“ so Magnus Meckelburg.

Stadt, Kreis Recklinghausen und Gelsenwasser hatten sich nach den Problemen der letzten Jahre zusammen gesetzt und nach einer Lösung gesucht. Ähnliche Belüftungsanlagen befinden sich auch im Aasee in Münster, in dem es ebenfalls vor wenigen Jahren zu einem massiven Fischsterben gekommen war.

10.000 Euro wurden investiert

„Das Modell erschien uns praktikabel“, sagt Gerd Becker. „Natürlich haben wir das Geschehen ständig im Blick. Zudem zeigen uns die regelmäßigen Messungen an, ob bei den hohen Temperaturen die Fische genügend Sauerstoff bekommen“, sind sich Magnus Meckelburg und Gerd Becker einig, dass diese insgesamt 10.000 Euro teure Investition sinnvoll ist. Gelsenwasser und Stadt teilen sich die Ausgaben. „Und bisher“, ergänzen sie, „geht es den Fischen in diesem Jahr zum Glück noch gut.“

Damit die vier Belüfter für die Bootsfahrer keine Gefahr darstellen, sind die Geräte mit Schutzkäfigen versehen. Genauso sind die Fische geschützt. Gelsenwasser hat im Oberlauf der Stever wieder damit begonnen, Kanalwasser in die Stever einzuleiten, um den niedrigen Wasserstand dort auszugleichen, gab Matthias Lindner, Leiter der Wassergewinnung bei Gelsenwasser, am Rande des Pressetermins bekannt.

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