Meinung

Neue pastorale Räume: Wieder kommt es auf die Ehrenamtlichen an

Die nächsten Veränderungen in der katholischen Kirche kündigen sich an. Das Bistum will Seelsorge in größeren Einheiten gestalten. Nach den Gemeindefusionen ist das eine neue Zumutung.
St. Sixtus soll mit den Marler Kirchengemeinden ein Bündnis eingehen. © Benjamin Glöckner (A)

Die katholische Kirche verliert Mitglieder sowie Gottesdienstbesucher und nur noch wenige Männer fühlen sich als Priester berufen. Keine verheißungsvolle Zukunft. Das Bistum Münster sieht die Rettung in der Schaffung pastoraler Räume: Anders als bei einer Fusion bleiben dabei die Gemeinden selbstständig, aber alles wird noch größer und anonymer. Schon die Fusion ließ die Halterner damals an einer guten Seelsorge vor Ort zweifeln, bis heute sind Wunden nicht vernarbt.

Das Kreisdekanat Recklinghausen will sich nun in vier pastoralen Räumen organisieren. Die fusionierte St.-Sixtus-Pfarrei bandelt, so stellt es sich das Bistum vor, mit den Marler Gemeinden an. Das ist angesichts der unterschiedlichen sozialen Strukturen schwer vorstellbar. Und: Wie soll Nähe entstehen, wenn man sich überhaupt nicht kennt? Das könnte ein verlustreiches „Geschäft“ werden. Wer die Last trägt, ist klar: Mehr denn je ist die Kirche auf überzeugte Ehrenamtliche angewiesen, die für die neue Form werben, diese mit Leben füllen und noch mehr Verantwortung übernehmen.

Pfarrer Ostholthoff ist guten Mutes, dass sich viele Aktive seiner Gemeinde auf dieses Zukunftsprojekt einlassen werden. Auch aus Münster kommt Ermutigung: Hauptamtliche wie auch Laien seien in der Lage, eine Pastoral nahezu flächendeckend anzubieten. Ein Jegliches hat seine Zeit, sagt die Bibel. Aber zwischen einer „Predigt“ und ihrer Umsetzung liegt das Leben.

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