Neue Regel: Kein Pilot mehr allein im Cockpit

Germanwings-Katastrophe

Der deutsche Copilot hat die Germanwings-Maschine #4U9525 nach Informationen der französischen Staatsanwaltschaft absichtlich in einen Sinkflug versetzt. Die größten deutschen Fluggesellschaften ziehen erste Konsequenzen und führen eine neue Regel ein. Alle Reaktionen im Live-Ticker.

Dortmund/Düsseldorf

, 26.03.2015, 10:36 Uhr / Lesedauer: 13 min

Das Wichtigste des heutigen Tages in Kürze:

  • Der deutsche Co-Pilot war zum Zeitpunkt des Absturzes alleine im Cockpit.
  • Die französische Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Co-Pilot den Sinkflug mit voller Absicht eingeleitet hat und sich anschließend weigerte, den Piloten wieder ins Cockpit zu lassen.
  • Die Staatsanwaltschaft glaubt deshalb nicht an einen Unfall.
  • Nach den derzeitigen Ermittlungen gebe es aber keinen Hinweis auf einen terroristischen Anschlag, erklärten die Ermittler. 
  • Der Co-Pilot musste vor sechs Jahren eine Auszeit von seiner Flugausbildung nehmen und trat sie nach einem erneuten Eignungstest wieder an. Warum es diese Auszeit gab, durfte Lufthansa-Chef Spohr nicht sagen.
  • Die Staatsanwaltschaft hat die Aufzeichnungen des Stimmenrekorders minutiös geschildert (siehe Einträge ab 12.45 Uhr)

16.07 Uhr - Erste Konsequenzen für die Luftfahrt: Die Fluggesellschaft Norwegian will nach dem Absturz des Germanwings-Airbus keine Piloten mehr allein im Cockpit erlauben. "Ab sofort müssen immer zwei Leute im Cockpit sein", sagte eine Sprecherin der norwegischen Fluglinie am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Das bedeutet, dass wenn einer der Piloten das Cockpit verlässt, etwa um auf Toilette zu gehen, eines der Crewmitglieder ins Cockpit gehen muss." Lufthansa-Chef Spohr hatte auf der Pressekonferenz heute Nachmittag gesagt, dass dieses Vorgehen zwar bei einigen Fluglinien durchgeführt werde, aber nicht Standard sei.

16.04 Uhr - Pressekonferenz in Haltern: Michael Beerens, Landesteam schulpsychologische Krisenintervention NRW: "Unser Mitgefühl gilt der ganzen Schulgemeinschaft. Ihr Verlust tut uns unendlich leid und in Gedanken sind wir bei ihnen. Es wurde ein Netzwerk aus Psychologen zusammengestellt, 20 Schulpsychologen, die ständig und permanent vor Ort waren. Die Schüler sind extrem betroffen und emotional belastet.

16.01 Uhr - Pressekonferenz in Haltern: Polizeisprecherin Ramona Hörst: "Der Einsatz ist von Recklinghausen aus organisiert worden. Wir waren an der Schule um abzusperren, um Ruhezonen zu gewährleisten, aber auch hinter den Kulissen waren unsere polizeilichen Opferbetreuer tätig. Im Moment war es uns möglich, das mit unseren Kräften aus Recklinghausen zu meistern."

15.58 Uhr - Pressekonferenz aus Haltern: Polizeisprecherin Ramona Hörst zur Polizeiarbeit: "Ich möchte im Namen aller Kollegen und Kolleginnen unser Mitleid ausdrücken. Diese Nachricht hat auch bei uns zu einer absoluten Fassungslosigkeit geführt. Ich bin seit vorgestern hier und wenn man über mehrere Tage hinweg mit diesen Emotionen konfrontiert ist und nebenbei eine professionelle Arbeit zu leisten hat, ist das in vielen Bereichen sehr erschöpfend. Viele Kolleginnen und Kollegen haben Berührungspunkte mit den Opfern. Ich hoffe, dass das wahrgenommen wird, dass wir auch nur Menschen sind und mit unseren Emotionen manchmal einfach zu kämpfen zu haben."

15.53 Uhr - Pressekonferenz aus Haltern: Schulleiter Ulrich Wessel: "Ich bin heute gegen 13.20 Uhr von der Ministerpräsidentin angerufen worden. Ich habe diese Nachricht ins Kollegium weitergegeben und alle Kollegen waren genauso fassungslos wie ich. Begonnen habe ich mit den Worten: Es ist noch viel viel schlimmer, als wir gedacht haben. Weil man bei einem Unglück hätte dafür Sorgen können, dass so etwas nicht mehr vorkommt. Hier sind aber die Grenzen der Vermeidbarkeit für zukünftige Fälle - das macht uns alle so wütend, dass ein Freitod dazu führt, dass 149 Menschen sterben mussten. Wir konnten die Schüler nicht mehr informieren, da sie um 13.10 Uhr weg waren."

15.51 Uhr - Pressekonferenz aus Haltern: Bürgermeister Bodo Klimpel: "Ich frage mich, wann dieser Alptraum endlich aufhört. Es ist schlimm genug für die Angehörigen wieder einigermaßen Boden unter die Füße zu bekommen. Wenn nun aber klar ist, dass ein Einzelner dieses Unglück herbeigeführt haben soll, ist das eine noch schlimmere Dimension. Ich weiß gar nicht, ob man sich das ansatzweise vorstellen kann. Ich persönlich bin wütend, fassungslos, sprachlos und zutiefst geschockt."

15.42 Uhr: Foto des Original-Cockpits: Die Deutsche Presse-Agentur hat ein Foto aus dem Cockpit des abgestürzten Airbus A320 veröffentlicht, das wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Es entstand wenige Tage vor der Katastrophe und ist auf den 22. März datiert.

15.35 Uhr - Wer war Andreas L.? Der Co-Pilot wuchs nach Stadtangaben in der Westerwald-Kommune Montabaur auf, in einem ruhigen Wohngebiet im Süden der Stadt, inmitten von Einfamilienhäusern mit Gärten und nicht weit von einem Freizeitbad. Dort ist er auch noch teilweise zu Hause, auch in Düsseldorf soll er gewohnt haben. 

Seit September 2013 arbeitete L. als Copilot bei Germanwings, vorher war er nach Lufthansa-Angaben während einer Wartezeit Flugbegleiter. Als Absolvent kam L. frisch von der Verkehrsflieger-Schule der Lufthansa in Bremen zum Kölner Unternehmen. 

L. lernte das Fliegen im Luftsportclub Westerwald (Montabaur) lieben. Lange Jahre stieg er dort in die Flieger und landete sie sicher. Im vergangenen Jahr habe er seine sogenannten Scheinerhaltungsflüge gemacht, sagte der Vereinsvorsitzende Klaus Radke. "Da habe ich ihn als sehr netten, lustigen und höflichen Menschen kennengelernt", sagte er weiter.

15.29 Uhr - Wohnung des Co-Piloten wird durchsucht: Ermittlerkreisen zufolge wird die Durchsuchung des Wohnsitzes des Co-Piloten vorbereitet. Die Wohnung des Piloten, der ebenfalls in Düsseldorf wohnte, war von der Polizei weiträumig abgeriegelt worden. In seinem Fall gebe es aber keinen Anlass für eine Durchsuchung, hieß es. Die Maßnahme diene vor allem dem Schutz seiner trauernden Familie. 

15.26 Uhr - Wut und Fassungslosigkeit in Haltern: Der Schulleiter des Joseph-König-Gymnasiums in Haltern, Ulrich Wessel. hat sich zu den neuesten Erkenntnissen geäußert: "Es ist noch viel, viel schlimmer, als wir gedacht haben. Es macht uns wütend, ratlos und fassungslos."

15.22 Uhr - Halterner Schülerin: "Ich habe realisiert, dass das Flugzeug abgestürzt ist. Alles andere nicht. Es ist wie ein schlechter Traum, aus dem man einfach nur erwachen möchte." Eine Halterner Schülerin, die zunächst für die Reise ausgelost wurde, dann aber davon zurücktrat, spricht über den Flugzeugabsturz.

15.20 Uhr - Zeitung aus Haltern zum Download: Wie bereits gestern bieten wir auch heute die aktuelle Ausgabe der Halterner Zeitung zum kostenlosen Download an.

15.17 Uhr - Pressekonferenz zusammengefasst: Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat auf der Pressekonferenz in Köln noch einmal seine Fassungslosigkeit betont. Er habe sich nicht vorstellen können, dass so etwas im Lufthansa-Konzern passiert. Die deutsche Auswahl und Ausbildung von Piloten sei weltweit führend. Der willentlich herbeigeführte Absturz sei ein tragischer Einzelfall.

Spohr gab neue Informationen zum Co-Piloten: Demnach habe der Mann vor sechs Jahren seine Ausbildung unterbrechen müssen. Die Gründe dafür durfte Spohr nicht nennen. Nach einer Pause und einem erneuten Eignungstest nahm er die Ausbildung wieder auf. "Er war 100 Prozent flugtauglich", sagte Spohr.

15.08 Uhr - Pressekonferenz beendet: Damit ist die Pressekonferenz beendet.

15.07 Uhr - Lufthansa-Chef Spohr zur Information der Angehörigen: "Nachdem heute die Erkenntnis da war, haben wir dafür gesorgt, dass die Angehörigen das nicht über die Medien erfahren haben, sondern durch unsere Mitarbeiter."

15.05 Uhr - Lufthansa-Chef Spohr zum möglichen Suizid: "Wenn jemand 149 Menschen mit in den Tod reißt, ist das für mich etwas anderes als Selbstmord." Spohr ist nicht bekannt, dass es laut Passagieren schon Hinweise auf auffälliges Verhalten des Copiloten beim Hinflug gegeben habe. 

14.57 Uhr - Lufthansa-Chef Spohr zur finanziellen Hilfe: "Wir haben finanzielle Soforthilfe zugesichert. Sonst gibt es natürlich diverse internationale Abkommen, in denen so etwas geregelt ist. Aber das ist im Moment eine meiner geringsten Sorgen."

14.55 Uhr - Lufthansa-Chef Spohr zu möglichen Konsequenzen: "Trotz dieses fürchterlichen Einzelfalles haben ich und meine Kollegen im Vorstand festes Vertrauen in dieses jahrzehntelang erprobtes Auswahlverfahren und Ausbildungsverfahren. Da lässt uns der Einzelfall, so schrecklich er ist, nicht dran zweifeln. Wir werden aber mit den Experten uns hinsetzen und natürlich überlegen: Was können wir noch besser machen bei der Auswahl? Was können wir noch besser machen bei der Ausbildung?"

14.53 Uhr: Lufthansa-Chef Spohr zur Frage nach einem möglichen Suizid des Co-Piloten: "Da kann ich nicht mehr zu sagen, als die französische Staatsanwaltschaft bekannt gegeben hat."

14.51 Uhr: Lufthansa-Chef Spohr zum Verlassen des Cockpits: "Der Kapitän hat es bei 38.000 Fuß genauso gemacht, wie es von uns geschult wird. Er hat das Cockpit in dem Moment verlassen, als die Belastung am geringsten war - also die Reiseflughöhe erreicht war."

14.48 Uhr: Lufthansa-Chef Spohr zur Angst vom Fliegen: "Fliegen ist die sicherste Art des Transportes. Das ist in den letzten Jahren immer noch sicherer geworden. Deswegen kann ich jedem nur sagen: Wir haben weiterhin den Fokus auf der Flugsicherheit. Die Gefühle sind vielleicht anders geworden, aber der Fokus bleibt."

14.46 Uhr - Lufthansa-Chef Spohr zur Unterbrechung der Ausbildung: "Zu den Gründen für die Unterbrechung seiner Ausbildung darf ich Ihnen nichts sagen."

14.45 Uhr - Lufthansa-Chef Spohr zur Cockpit-Situation: "Wir haben seit dem 11. September das Verfahren im Cockpit geändert. Die Türen sind gepanzert worden um grundsätzlich einen Zugriff zum Cockpit gegen den Wunsch der Cockpit-Besatzung zu verweigern. Wenn einer der Piloten das Cockpit verlässt, kann er klingeln. Der Kollege im Cockpit hat Bildschirme und kann gucken, wer vor der Tür steht. Dann kann er einen Knopf drücken, dadurch springt die elektrisch gesicherte Tür auf.

Es gibt aber einen erweiterten Code für den Fall, dass ein Pilot ohnmächtig wird. Dann öffnet sich die Tür nach einem Klingeln. Doch der Co-Pilot kann diese Öffnung verhindern. Ob das so war, wissen wir nicht. Ob der Pilot den erweiterten Code nicht eingegeben hat, wissen wir nicht. Fakt ist: Den erweiterten Code kann jeder von uns auswendig."

14.41 Uhr - Lufthansa-Chef Spohr: "Wir können über Motive nur spekulieren. Wir haben keinerlei Erkenntnisse darüber, was den Co-Piloten dazu veranlasst haben könnte. Wir haben auch in dieser schwersten Stunden unseres 60-Jährigen Unternehmens absolutes und volles Vertrauen in unsere Piloten. Sie sind und bleiben die besten der Welt. Das ist ein unglaublich tragischer Einzelfall."

14.40 Uhr - Lufthansa-Chef Spohr zur Ausbildung: "Beide Piloten haben den DLR-Test durchlaufen, danach waren sie in der Flugschule in Bremen und in der Flugschule in Arizona. Der Co-Pilot ist seit 2013 in dieser Funktion. Es gab vor sechs Jahren eine längere Unterbrechung in seiner Ausbildung. Er hat aber nach erneuter Eignungsprüfung die Ausbildung wieder aufgenommen und alle Prüfungen bestanden. Er war 100 Prozent flugtauglich ohne Einschränkungen. Die fliegerischen Leistungen waren einwandrei ohne jede Auffälligkeit."

14.37 Uhr - Lufthansa-Chef Spohr: "Das macht uns fassungslos. Ich kann das nur nochmal wiederholen: Wir sind betroffen und erschüttert und ich hätte mir nicht vorstellen können, dass sich das nochmal verstärkt. Das hat es aber, wenn es das überhaupt gibt. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass sich solch eine Tragödie bei uns hier ereignen kann. Wir bilden unser Cockpit-Personal sehr sehr vorsorglich aus. Wir untersuchen nicht nur kognitive und technische Fähigkeiten, sondern lassen auch viel Raum für psychologische Fragen. Der DLR-Test ist ein weltweit anerkanntes Instrument, vielleicht sogar das führende Verfahren zur Rekrutierung von Flugpersonal."

14.34 Uhr - Lufthansa-Chef Carsten Spohr: "Nach der Auswertung des Voice-Recorders unseres Flugs 9525 hat sich eine neue sehr sehr tragische Wendung ergeben. Wir müssen fassungslos zur Kenntnis nehmen, dass das Flugzeug offensichtlich willentlich zum Absturz gebracht wurde."

14.29 Uhr - Pressekonferenz von Germanwings: In Köln beginnt gleich die Pressekonferenz von Lufthansa und Germanwings.

14.21 Uhr - Verkehrsminister Dobrindt: Alexander Dobrindt bestätigt auf einer eigenen Pressekonferenz des Bundesverkehrsministerium die Angaben der Staatsanwaltschaft aus Frankreich. "Das ist in der Tat mehr als erschütternd." Er hoffe, dass die zweite Blackbox gefunden werde, aber auch, dass der Stimmenrekorder noch mehr Informationen enthält: "Zur Zeit findet eine Umschrift dessen statt, was man an Daten aus dem Voice-Recorder noch holen konnte. Wir hoffen auf weitere Erkenntnisse daraus. Wir stehen in sehr engem Kontakt mit der deutschen Lufthansa auch über die Fragen der Schlussfolgerungen aus diesem Unglück."

14.18 Uhr - Was wir wissen: Bevor gleich die Pressekonferenz von Lufthansa und Germanwings beginnt, haben wir unseren Übersichts-Artikel noch einmal aktualisiert:

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14.12 Uhr - Pressekonferenz auch in Haltern: Die Stadt Haltern hat soeben zu einer Pressekonferenz um 15 Uhr ins Halterner Rathaus eingeladen. Um 15 Uhr wollen dort Michael Berens (Landesteam Schulpsychologische Krisenintervention NRW) und Ramona Hörst (Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Recklinghausen) die Ereignisse der letzten Tage vor Ort aus Sicht der Einsatzkräfte schildern.

14.00 Uhr - Halterns Schulleiter im Video: Ulrich Wessel, Schulleiter des Halterner Joseph-König-Gymnasiums, hat gestern die richtigen Worte für das Unfassbare gefunden. Auch nach der offiziellen Pressekonferenz stellte er sich seiner "Verantwortung", wie er selbst sagt und beantwortete alle Fragen der Journalisten. In Zukunft wolle er auch alle Fragen der betroffenen Eltern beantworten, wie er nach der Pressekonferenz sagte. Weitere Aussagen dieser beeindruckenden Person gibt es in diesem Video:

13.50 Uhr - Haltern trauert: Unterdessen bleibt das öffentliche Leben weiterhin stehen. Die Schützengilde in der Seestadt (über 1000 Mitglieder) hat entschieden, den für 11. April geplanten Königsehrenabend abzusagen. Die Veranstaltung, die alle zwei Jahre im Vorfeld eines Schützenfestes gefeiert wird, sollte in der Aula des Schulzentrums stattfinden. "Niemand von uns hat in diesen schweren Tagen das Bedürfnis zu feiern und erst recht nicht an diesem Ort", begründet der Gildepräsident Axel Schmäing die Absage. Die Schützen planen nun, an dem Tag einen gemeinsamen Trauermarsch zu absolvieren.

13.46 Uhr - de Maiziére: "Die Fragen konzentrieren sich jetzt auf den Hintergrund und die Motive des Co-Piloten." Das Innenministerium habe den Mann gecheckt und nach allen Informationen, die man gesammelt habe, keinen terroristischen Hintergrund feststellen können.

13.43 Uhr - Germanwings-Pressekonferenz: In einer knappen Stunde treten dann Lufthansa-Chef Carsten Spohr und der Sprecher der Germanwings-Geschäftsführung Thomas Winkelmann vor die Kameras. Um 14.30 Uhr werden sie sicherlich auch Stellung zu den Informationen der französischen Staatsanwaltschaft geben. Aktuell steht Innenminister Thomas de Maiziére vor der Presse und gibt ein Statement. Um 14 Uhr gibt Verkehrsminister Alexander Dobrindt eine Pressekonferenz.

13.35 Uhr - Traueranzeige für Co-Piloten: Der Fliegerverein LSC Westerwald hatte bereits am Mittwoch eine Traueranzeige für den Co-Piloten Andreas L. im Netz geschaltet. "Er konnte sich seinen Traum erfüllen, den Traum, den er jetzt so teuer mit seinem Leben bezahlte", heißt es darin. Am Donnerstagnachmittag war die Webseite nur schwer zu erreichen. 

Der Co-Pilot des in Südfrankreich abgestürzten Germanwings-Flugs wird in der Anzeige lediglich Andreas genannt, es heißt aber, er sei als erster Offizier bei dem Flug im Einsatz gewesen. Er sei bereits seit seiner Jugend Mitglied in dem Verein gewesen. 

Hier haben wir die Infos der Pressekonferenz noch einmal zusammengefasst:

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13.21 Uhr - kein Terror-Anschlag: Trotz der bekannten Informationen gibt es laut der Ermittler keine Hinweise auf einen terroristischen Anschlag. Auf die Frage nach einem möglichen Suizid des Co-Piloten sagte Staatsanwalt Brice Robin: "Ich weiß nicht, ob man es einen Selbstmord nennen kann, wenn man 150 Passagiere mit in den Tod reißt."

13.15 Uhr - Angehörige informiert: "Die Angehörigen sind über alle Erkenntnisse informiert worden", sagt der zuständige Staatsanwalt Brice Robin. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der spanische Premierminister Mario Rajoy hätten unterdessen zugesagt, dass "jede unsere Anfragen mit Vorrang behandelt wird".

13.11 Uhr - Tür automatisch verriegelt: Der Code an der Cockpit-Tür der Unglücksmaschine war nach Angaben des Staatsanwalts kein Code zum Öffnen, sondern einer, mit dem sich der jeweils Zugangsberechtigte identifiziert. Die Tür verriegele sich ganz automatisch und werde dann von innen geöffnet. 

13.08 Uhr - Co-Pilot noch neu bei Germanwings: Der deutsche Co-Pilot arbeitete erst seit einigen Monaten für die Fluglinie und war 28 Jahre alt. Den Namen des Co-Piloten hat die Staatsanwaltschaft ebenfalls angegeben: Andreas L..

13.05 Uhr - Staatsanwalt verspricht Aufklärung: "Wir werden uns damit nicht zufrieden geben, was wir wissen. Wir werden weiter ermitteln. Die Angehörigen haben es verdient, zu wissen, was passiert ist", sagt Staatsanwalt Brice Robin.

13.00 Uhr - Fokus jetzt auf dem Co-Piloten: Der Staatsanwalt sagt, er habe angefangen zu ermitteln als es um Totschlag ging. Jetzt wisse er, dass es um eine willentliche Tötung gehe. Mehr Informationen über den Co-Piloten habe er aber noch nicht: "Wir wissen ja gerade erst, dass es um den Co-Piloten geht."

12.58 Uhr - Frage nach möglicher Ohnmächtigkeit des Co-Piloten: "Meines Wissens gibt es keine Kameras im inneren des Cockpits, um das zu klären. Es gibt aber keine Anzeichen von Panik des Co-Piloten. Die Atemgeräusche sind immer gleich."

12.56 Uhr - Frage nach einem terroristischen Hintergrund: "Der Co-Pilot war Deutscher und nirgendwo als Terrorist verdächtig", sagt der französische Staatsanwalt auf die Frage nach der Nationalität und des ethnischen Hintergrunds.

12.55 Uhr - Staatsanwaltschaft glaubt nicht an Unfall: Der Staatsanwalt legt auf Anfrage der Journalisten noch einmal nach: "Ja, er hat sich bewusst geweigert, die Tür zu öffnen und bewusst den entsprechenden Knopf gedrückt, um das Flugzeug herunterzubringen." "Sie halten das nicht für einen Unfall?", fragt ein Journalist. "Im Sinne eines Absturzes ja. Aber es geht zurück auf ein bewusstes Handeln des Co-Piloten."

12.53 Uhr - Passagiere hatten keine Ahnung: "Laut der französischen Staatsanwaltschaft hatten die Passagiere bis kurz vor dem Aufprall keine Ahnung davon, in welcher Situation sich das Flugzeug befand: "Erst im allerletzten Moment hört man Schreie der Passagiere".

12.51 Uhr - Sinkflug bewusst eingeleitet: Die französische Staatsanwaltschaft glaubt also an eine bewusste Reaktion des Co-Piloten. "Er hatte keinen Grund dazu. Und er hatte auch keinen Grund dazu, den Kapitän daran zu hindern, wieder ins Cockpit zurückzukehren. Er hatte keinen Grund, nicht auf die Kontaktaufnahmen von Ground-Control zu reagieren. Er hat normal geatmet. Nicht so wie bei einem Herzinfarkt. Das sind schon sehr viele Fakten", sagt der Staatsanwalt. 

12.47 Uhr - Co-Pilot hat bewusst reagiert: "Der Pilot sagte: Lass mich rein. Man hört ein Klopfen ohne Reaktion. Dann hört man schweres Atmen im inneren des Cockpits, das wir bis zum Aufschlag hören. Er war also am Leben. Dann hört man wie der Tower von Marseille versucht, Kontakt mit dem Co-Piloten aufzunehmen. Ohne Reaktion. Die Fluglotsen fordern dann dazu auf, den Transponder-Notruf abzusetzen. Ohne Reaktion. Der Tower hat dann noch andere Flugzeuge aufgerufen, den Versuch zu unternehmen, Kontakt mit dem Flugzeug aufzunehmen. Ohne Reaktion. Der Alarm wurde dann ausgelöst, weil das Flugzeug zu nah am Boden war. Dann hört man heftige Schläge, der Versuch die Tür aufzubrechen. Das war eine gepanzerte Tür, daran erinnere ich noch einmal. Dann hört man einen ersten Schlag, als würde das Flugzeug auf einen Hang aufschlagen, bevor es gegen die Felswand fliegt. Es wurde kein Notruf abgesetzt. 

Die wahrscheinlichste Interpretation aus unserer Sicht ist, dass der Co-Pilot durch bewusstes Nicht-Reagieren, also sich geweigert hat, die Tür für den Kapitän wieder zu öffnen und bewusst den Sinkflug eingeleitet hat."

12.45 Uhr - Staatsanwalt-Aussagen im Wortlaut: Staatsanwalt Brice Robin: "Ich habe um Mitternacht folgende Information bekommen: Die Daten aus dem Stimmrekorder ermöglichen eine Transskription der letzten 30 Minuten des Flugs.

Während der ersten 20 Minuten unterhalten sich die Piloten ganz normal, machen Witze, da passiert nichts. Dann hört man wie der Pilot, der Kapitän, das Briefing für die Landung in Düsseldorf vorbereitet. Der Co-Pilot antwortet lakonisch mit sehr kurzen Antworten.

Dann bittet der Kapitän den Co-Piloten das Kommando zu übernehmen. Dann wird ein Sitz zurückgefahren, die Tür öffnet und schließt sich. Man kann also davon ausgehen, dass der Pilot zur Toilette gegangen ist. Der Co-Pilot war also alleine im Cockpit.

Dann löst der Co-Pilot am Flight-Monitoring-System den automatischen Sinkflug aus. Der Co-Pilot hat das also manipuliert. Das kann nur eine bewusste Handlung sein.

Dann hört man den Kapitän, der fordert, wieder ins Cockpit gelassen zu werden. Über das Kabinensprechsystem."

12.37 Uhr - Verspätung: Die Pressekonferenz beginnt in wenigen Sekunden. Bislang fehlt noch ein Vertreter der französischen Polizei.

12.33 Uhr - Nur ein Pilot im Cockpit: Die Pressekonferenz hat noch nicht begonnen, da kommt die Bestätigung der Berichte der "New York Times" aus Düsseldorf: Einer der beiden Piloten der abgestürzten Germanwings-Maschine war zum Zeitpunkt der Katastrophe aus dem Cockpit ausgesperrt. Das hat ein Düsseldorfer Staatsanwalt bestätigt. 

12.25 Uhr - Flugschreiber-Infos: Von der Staatsanwaltschaft erhofft sich die Öffentlichkeit gleich natürlich auch neue Informationen über die Audiodatei aus dem gefundenen Stimmrekorder. Die zweite Blackbox fehlt bislang noch, von ihr wurde nur die Hülle gefunden. Was ein Flugschreiber tut, wird in diesem Video noch einmal anschaulich erklärt:

12.19 Uhr - Pressekonferenz: In wenigen Minuten wird es in Frankreich weitere Informationen geben. Die Staatsanwaltschaft von Marseille wird sich zu den Ermittlungen äußern. 

12.12 Uhr - Neue Opferzahlen: Bei dem Flugzeugabsturz in Frankreich sind nach Angaben von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) 64 Menschen aus Nordrhein-Westfalen ums Leben gekommen. Das sagte Kraft am Donnerstag in Düsseldorf. Sie habe am Morgen mit Angehörigen der Opfer gesprochen, die zum Unglücksort fliegen wollten. Sie habe versucht, ihnen Trost zu spenden und sie auf das vorzubereiten, was sie am Absturzort erwartet, sagte Kraft.

11.56 Uhr - Weitere Dortmunder Opfer: Zwei weitere Opfer sind seit jetzt bekannt geworden: Es handelt sich um ein Ehepaar aus Dortmund. Alle Informationen gibt es in diesem Artikel:

11.39 Uhr - Cockpit-Tür: Seit heute Morgen durch die "New York Times" bekannt wurde, dass offenbar nur ein Pilot im Cockpit gesessen hat, fragen sich viele: Warum verließ er das Cockpit und vor allem: Warum kam er nicht wieder hinein? Wir wollen nicht spekulieren, können aber zumindest erklären, wie so eine Cockpit-Tür funktioniert:

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11.26 Uhr - Schwierige Ermittlungsarbeit: Natürlich gehen die Ermittlungsarbeiten in den französischen Alpen auch heute weiter. Allerdings haben die Ermittler mit dem schwer zugänglichen Gelände zu kämpfen. "Die Arbeit ist extrem schwierig, das Gelände ist gefährlich. Es ist steil und rutschig", sagte der Chef der Bergrettungskräfte, Olivier Cousin, am Donnerstag. Insgesamt waren am Donnerstag rund 70 Menschen an der Unglücksstelle. Rund zwölf Ermittler waren unterwegs, um die Spuren zu sichern und die zweite Blackbox zu finden. Etwa sechs weitere suchten die Leichen. 

11.21 Uhr - Trauer am Absturzort: Hinterbliebene von Todesopfern des Germanwings-Flugzeugabsturzes sind auf dem südfranzösischen Flughafen Marseille-Provence gelandet. Das hat die Lufthansa in Frankfurt bestätigt. Die rund 50 Angehörigen waren am Donnerstagmorgen vom Flughafen Düsseldorf gestartet, um in die Nähe des Absturzortes zu gelangen. Eine Möglichkeit, direkt an den Absturzort zu gelangen, gibt es allerdings nicht: "Das ist nicht möglich, das ist viel zu gefährlich", sagte am Donnerstag der Unterpräfekt von Aix-en-Provence, Serge Gouteyron, der Deutschen Presse-Agentur.

Mit an Bord des Airbus A321 reist auch ein Betreuer-Team, bestehend aus Seelsorgern, Ärzten und Psychologen. Außerdem ist ein zweiter Sonderflug mit einer Germanwings-Maschine für Angehörige der Crew am Donnerstagvormittag ab Düsseldorf geplant. Auch aus Barcelona wurde am Vormittag ein Flieger mit Angehörigen spanischer Opfer erwartet.

11.09 Uhr - Pressekonferenzen: Um 12.30 Uhr gibt die Staatsanwaltschaft von Marseille am Flughafen Marignane eine Pressekonferenz. Es ist der Auftakt einer ganzen Reihe von weiteren Pressekonferenzen, die heute abgehalten werden. Um 14.30 Uhr gibt es Pressekonferenz von Lufthansa und Germanwings. Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Thomas Winkelmann, Sprecher der Germanwings-Geschäftsführung, werden dann vor die Kameras treten.

10.56 Uhr - Germanwings-Chef: Thomas Winkelmann hat Berichte zurückgewiesen, Mitarbeiter seines Unternehmens hätten aus Sorge um die technische Zuverlässigkeit der Flugzeuge den Dienst verweigert. "Wir haben Crews, die sich aus emotionalen Gründen nicht in der Lage fühlen, zu fliegen, weil sie unter Schock stehen und in tiefer Trauer sind", sagte Winkelmann der "Bild-Zeitung". "Aber das hat nichts mit dem technischen Zustand irgendeines Lufthansa oder Germanwings-Flugzeugs zu tun." 

10.53 Uhr - Landesweite Schweigeminute.

10.53 Uhr. #Germanwings#4U9525pic.twitter.com/yH8N6RnwEQ

— RN Dortmund (@RN_DORTMUND)

10.52 Uhr - Stimmenrekorder: Fernab der Trauer lautet die Frage des Tages: Was passierte in den letzten Minuten im Cockpit des Airbus A320? Medienberichten zufolge war zum Unglückszeitpunkt nur ein Pilot im Cockpit. Der zweite soll das Cockpit vor dem Sinkflug verlassen haben und danach vor verschlossener Tür gestanden haben - das berichteten die "New York Times" und die französische Nachrichtenagentur AFP am Donnerstagmorgen unter Berufung auf namentlich nicht genannte Ermittler, die den Sprachrekorder der Maschine ausgewertet hätten. 

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10.52 Uhr - Traueranzeige: Mit einer ganzseitigen Zeitungsanzeige erinnert das Joseph-König-Gymnasium im westfälischen Haltern an die 18 Schüler und Lehrer, die beim Germanwings-Absturz in Frankreich ums Leben gekommen sind. In der Anzeige von Donnerstag, die auch in unserer Zeitung erschienen ist, werden alle 16 Schüler und die beiden Lehrerinnen mit ihren Namen genannt. Schulleitung, Schüler-, Lehrer und Elternvertreter drücken ihre Fassungslosigkeit über das Unglück aus. "Unser tiefes Mitgefühl gilt den Eltern sowie allen Angehörigen und Freunden. Wir sind fassungslos und unsagbar traurig."

10.41 Uhr - Überblick: Einen Überblick über alles, was wir bislang über das Unglück wissen, finden Sie in diesem Artikel.

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10.36 Uhr - Situation in Haltern vom frühen Morgen: Die Schüler des Joseph-König-Gymnasiums sind vor der ersten Stunde nach und nach auf dem Schulgelände angekommen. Keine lauten Gespräche, kein Lachen. Einzeln oder in kleinen Gruppen haben sie vor dem Kerzenmeer auf den Stufen vor dem Eingang der Schule inne gehalten - stets im Blick der Notfallseelsorger, die sich etwas abseits der Kerzen positioniert haben. Nach Beginn des Unterrichts sind einzelne Klassen geschlossen nochmal vor das Gebäude gegangen, haben gemeinsam der Verstorbenen gedacht, eine Klasse hat weiße und rote Rosen niedergelegt. Auch die Schüler, die danach zur zweiten Stunde kamen, blieben zuerst vor der Gedenkstelle stehen.

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