Neue Suche: Forensik in Haltern?

Ministerin bittet um Vorschlag

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens sucht neue Standorte für Forensische Kliniken - auch in Haltern. Der Brief an Bürgermeister Bodo Klimpel ist unterwegs.

HALTERN

von Von Elisabeth Schrief

, 20.09.2011, 16:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens plant eine neue Forensik einzurichten - möglich ist auch der Standort Haltern.

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens plant eine neue Forensik einzurichten - möglich ist auch der Standort Haltern.

Insgesamt erhalten fünf Landgerichtsbezirke Post aus Düsseldorf, darunter vier Städte des Kreises: Haltern, Dorsten, Marl und Gladbeck. Bis Mitte November sollen die Bürgermeister Grundstücke für einen forensischen Standort (für die Resozialisierung psychisch kranker Straftäter) vorschlagen.

Bürgermeister Bodo Klimpel wurde von der Nachricht aus Düsseldorf völlig überrascht. "Es ist legitim, dass das Land Flächen sucht. Aber ich wüsste nicht, wo wir ein Grundstück zur Verfügung stellen könnten."Bis 2020 650 stationäre Plätze

Der Appell an die Freiwilligkeit ist, so CDU-Landtagsabgeordneter Josef Hovenjürgen, der erste Verfahrensschritt. Wenn die Städte von sich aus keine Vorschläge unterbreiten, sucht das Land selbst nach Standorten. Aufgrund der bisherigen Entwicklungen geht das Land davon aus, dass bis 2020 650 stationäre Plätze nötig sind.

"Ich habe Verständnis, dass niemand eine Forensik haben möchte", sagte Hovenjürgen. Jeder, den es treffe, habe mit den Emotionen der Bürger vor Ort zu kämpfen.

Erinnerungen werden wach. 1995 waren die Kinder- und Jugendpsychiatrische Klinik in der Haard und das ehemalige Landesjugendheim Kreskenhof in Dorsten für eine forensische Klinik zur Entlastung der Klinik Eickelborn im Gespräch. In Haltern gründete sich eine Bürgerinitiative, die Sturm gegen die Landespläne lief; auch der Rat verabschiedete eine Resolution zwecks Verhinderung einer Forensik. Große Erleichterung im November 2000: Die Haardklinik war bei der Benennung von sechs Forensik-Standorten in NRW nicht dabei.

Gerecht verteilen

Die regionale Verteilungsgerechtigkeit soll entscheidendes Kriterium für die Suche und Festlegung neuer forensischer Standorte sein. Ministerin Barbara Steffens dazu in Düsseldorf: "Psychisch kranke und suchtkranke Straftäter stammen aus allen Teilen unserer Gesellschaft und sie kommen aus allen Städten und Gemeinden unseres Landes. Deshalb ist es gerecht und für eine spätere Entlassung auch notwendig, dass alle Regionen des Landes ihren Anteil zur sicheren Unterbringung dieser Straftäter leisten."Wie ist Ihre Meinung zum Thema?  

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