Neues Demokratie-Projekt braucht Unterstützung

Auftakt

Mit einem neuen Projekt will der Seniorenbeirat der Stadt Haltern am See unter Federführung von Jürgen Chmielek und Elke Rüdiger die Demokratieentwicklung in der Seestadt erforschen. Unter dem Titel "Haltern am See - Die Seestadt (er)lebt die Demokratie" wollen die beiden unter anderem Interviews mit Bürgern zum Thema führen sowie statistisches Material auswerten. Dazu wird aber die Hilfe der Halterner Bevölkerung benötigt. Wir beantworten alle wichtigen Fragen zum Auftakt des Projektes.

HALTERN

, 28.06.2016, 17:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neues Demokratie-Projekt braucht Unterstützung

Jürgen Chmielek und Elke Rüdiger setzen ein Projekt des Seniorenbeirats um, in dem es um die Demokratieentwicklung in der Seestadt geht. Dazu wird aber die Hilfe der Bevölkerung benötigt. Die beiden hoffen auf viel Unterstützung.

Worum geht es in dem Projekt "Haltern am See - Die Seestadt (er)lebt die Demokratie"?

Das vom Bundesfamilienministerium und dem Kreis Recklinghausen geförderte Projekt steht unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Bodo Klimpel und soll die Entwicklung der Demokratie in Haltern seit dem Ende der NS-Diktatur 1945 bis heute für alle Bürger erlebbar machen. "Der Demokratiebegriff wird derzeit intensiv diskutiert", sagt Jürgen Chmielek, "viele halten sie für antiquiert, andere wissen gar nicht, was Demokratie heißt. Und es gibt in anderen Ländern auch ganz andere Demokratiemodelle". Zwar leben die Halterner alle in einer Demokratie, doch "jeder nimmt sie anders wahr", ist sich Jürgen Chmielek sicher.

Und was ist nun das genaue Ziel des Projektes?

Jürgen Chmielek und Elke Rüdiger wollen diesen Fragen nachgehen:

  • Wie haben die Bürger der Stadt Haltern am See die Entwicklung in eine Demokratie nach dem Ende der Nazi-Diktatur erlebt?
  • Gibt es noch Zeitzeugen dafür?
  • Welche "Störungen" - zum Beispiel durch Alt-Nationalsozialisten und heute Neo-Nationalsozialisten - gab oder gibt es?
  • Wie unterscheiden sich die Erfahrungen mit denen der heutigen Jugend?

Statistiken und Definitionen sollen die Geschichten und Erlebnisse der Halterner unterstützen oder kritisch hinterfragen.

Parallel sollen auch Jugendliche durch Besuche in den Schulen befragt werden. Jürgen Chmielek und Elke Rüdiger wollen mit ihnen über ihre Erfahrungen und ihren Ansichten zur Demokratie diskutieren. "Was uns bewegt, ist die große Zahl der Nichtwähler. Wir wollen plakativ darstellen, was es bedeutet, nicht zur Wahl zu gehen. Die Wahlen, die im kommenden Jahr stattfinden, machen die Projektergebnisse umso interessanter", so Jürgen Chmielek.

Ist es nur ein zeitlich begrenztes Projekt oder soll es nachhaltig wirken?

Ja, es soll nachhaltig wirken. Die Ergebnisse ihrer Forschungen wollen Jürgen Chmielek und Elke Rüdiger der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. "Zum Ende des Jahres ist die Veröffentlichung eines Arbeitsbuches geplant, das in Schulen, Parteien, Vereinen und Seniorengruppen als Diskussionsgrundlage genutzt werden kann", sagt Elke Rüdiger. Der Inhalt soll eine Mischung aus Geschichten, Erlebnissen und statistischen Auswertungen sein.

Zudem ist geplant, die Ergebnisse im Internet zu veröffentlichen. Im Dezember soll zudem eine öffentliche Diskussionsveranstaltung mit Bürgermeister Bodo Klimpel, Vertretern des Kreises und der Parteien stattfinden.

Wie kann man mitmachen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Jürgen Chmielek und Elke Rüdiger bei ihrem Projekt zu unterstützen:

Ein kurzer Fragebogen zum Thema Demokratie in Haltern kann anonym ausgefüllt werden. Er wird unter anderem in der kommenden Woche in der Halterner Zeitung abgedruckt sowie in Haltern verteilt.

Jürgen Chmielek und Elke Rüdiger wollen Seniorengruppen, Schulen und Vereine besuchen, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

Die beiden wollen auch Interviews führen. Die Befragten sollten entweder Zeitzeugen sein, die den Wandel von der NS-Diktatur zur Demokratie erlebt oder vielleicht sogar aktiv begleitet haben. Es sollen aber auch junge Halterner interviewt werden, die sich schon mit ihrem eigenen Verständnis von Demokratie auseinandergesetzt haben oder es noch wollen.

Wer kann mitmachen?

"Es sollen bitte alle mitwirken", sagt Jürgen Chmielek: Alle Menschen, aller Nationalitäten, die 15 Jahre sind oder älter und in Haltern am See wohnen. Wer mitmachen will, kann sich mit den beiden Projektverantwortlichen in Verbindung setzen (siehe unten).

Da das Projekt voraussichtlich mehr Kosten verursachen wird, als die Fördermittel (1500 Euro) abdecken, suchen Jürgen Chmielek und Elke Rüdiger auch noch Sponsoren.

Jürgen Chmielek ist per E-Mail zu erreichen an
Elke Rüdiger ist telefonisch erreichbar unter Tel. (02364) 949455 (auch Anrufbeantworter) sowie ebenfalls per E-Mail:

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