Niederländischer Patient wurde im Halterner Sixtus-Hospital beatmet

rnSixtus-Hospital

Ein schwer kranker niederländischer Patient ist im Sixtus-Hospital behandelt worden. An Covid-19 war er aber nicht erkrankt. Im Klinikverbund hat es zudem bislang keine Engpässe gegeben.

Haltern

, 16.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die „Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH“ (KKRN) ist dem Aufruf des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann gefolgt und hat einen ersten Patienten aus den Niederlanden aufgenommen. „Laut der Landesregierung sollen die Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen nach einem Hilferuf aus den Niederlanden schwer erkrankte Patienten aus dem Nachbarland aufnehmen“, erklärte Guido Bunten, Prokurist der KKRN GmbH, zu der auch das Halterner Sixtus-Hospital zählt, vergangene Woche. Die koordinierende Rolle bezüglich der Patienten aus der Grenzregion übernehme auf deutscher Seite das Universitätsklinikum Münster, hieß es.

Verlegung per Hubschrauber

Der männliche Patient aus den Niederlanden war bereits am 7. April per Hubschrauber in das Halterner St.-Sixtus-Hospital verlegt worden. Wie Dr. Lars Heining, Chefarzt der KKRN-Lungenklinik Ruhrgebiet Nord im Sixtus-Hospital, auf Anfrage mitteilte, habe der Patient sich aber nicht mit dem Coronavirus infiziert.

Da die intensivmedizinischen Beatmungskapazitäten in den Niederlanden deutlich eingeschränkter seien als in Deutschland und der Klinikverbund am 7. April über freie Plätze verfügt habe, habe er die Nachbarn in dieser Krisensituation unterstützen wollen.

Weiterverlegung in Spezialklinik

Inzwischen hat der Patient aus den Niederlanden das Halterner Krankenhaus allerdings schon wieder verlassen, erklärte Heining weiter. Er habe ein spezielles Blutwäscheverfahren zur Sauerstoffanreicherung als Lungenersatztherapie (sog. ECMO) benötigt. Dieses werde primär in Universitätskliniken vorgehalten. Zwecks Weiterbehandlung sei er daher in eine Spezialklinik weiterverlegt worden.

„Da es in Deutschland rund 34 Intensivbetten pro 100.000 Einwohner gibt und die Niederlande davon nur sieben vorhalten können, ist es für uns selbstverständlich, unseren europäischen Nachbarn in dieser Zeit zu helfen“, bekräftigte auch Dr. Markus Reidt, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, operative Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie am Halterner Hospital.

Auch der Geschäftsführer des Verbundes hält die grenzüberschreitende Unterstützung für notwendig: „In Notlagen wie diesen sind Solidarität und Zusammenhalt gefragt“, sagte Dr. Andreas Weigand.

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Der Chefarzt der KKRN-Lungenklinik, Dr. Lars Heining, betonte zugleich, dass der Klinikverbund stets „die bestmögliche Versorgung für Patienten aus der Region“ im Blick behalte. Zurzeit gebe es in den Häusern der KKRN ausreichend Intensiv-Kapazitäten, erklärte er am Dienstag. Im Halterner Krankenhaus gebe es zwei Beatmungspatienten, die wegen Lungenerkrankungen beatmet werden, aber nicht an Covid-19 erkrankt seien.

In den anderen Häusern der KKRN in Dorsten, Marl und Herten würden zum aktuellen Zeitpunkt 14 Patienten beatmet. Die Zahlen allerdings könnten sich aufgrund der derzeitigen Dynamik aber jederzeit ändern.

Keine Engpässe

Engpässe auf den Intensivstationen gab es nach Heinings Aussage bislang noch nicht. „Wir sind sehr gut vorbereitet und haben im KKRN-Klinikverbund genügend Betten-Kapazitäten, um Covid-19-Patienten ausreichend versorgen zu können“, sagte er.

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