Notbetreuung in Kita und Schule: Halterns Eltern melden mehr Bedarf an

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Die NRW-Landesregierung hatte vergangene Woche angekündigt, die Corona-Notbetreuung in den Kitas und Schulen auszuweiten. Das zeigt sich bereits deutlich in den Zahlen in Haltern.

Haltern

, 24.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kitas und Spielplätze geschlossen, Eltern im Homeoffice, ein Dauer-Spagat zwischen Kinderbetreuung und Beruf: Eltern und Kinder kommen langsam an ihre Grenzen. In Haltern ist das nicht anders als im Rest der Republik.

Das weiß auch die Landesregierung und öffnet nun schrittweise die Kitas im Land, um Eltern zu entlasten - soweit es unter Corona-Auflagen möglich ist.

Auf Grundlage der neuen Corona-Betreuungsverordnung der NRW-Landesregierung wurde bereits ab Donnerstag (23. April) die Notbetreuung um einige Berufsgruppen der bisherigen kritischen Infrastruktur moderat erweitert. Mitarbeiter von Tankstellen, im Lebensmitteleinzelhandel, in Drogerien, Hausmeister und einige mehr haben nun einen Anspruch auf Notbetreuung der Kinder. Ab Montag (27. April) wird die Notbetreuung zusätzlich für erwerbstätige Alleinerziehende vorbereitet.

Notbetreuung in Kitas

Minister gegen Maskenpflicht für Kinder

Eine Maskenpflicht für Kinder in Kindertageseinrichtungen lehnte NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) kategorisch ab. Das Corona-Infektionsrisiko drohe beim Tragen von Masken bei den Kleinsten sogar erhöht zu werden. Denn Kinder tauschten die Masken auch gern einmal untereinander aus. Ob die Betreuer und anderes Personal in den Kitas eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen sollten, liege in der Verantwortung der Träger, sagte Stamp. Es stehe aber außer Frage, dass das in der Corona-Krise auferlegte Distanzgebot in der Kindertagesbetreuung nicht eingehalten werden könne. Daher müssten vor allem Hygienemaßnahmen konsequent eingehalten werden, so Stamp.

Das zeigt sich besonders ab Montag in Haltern. Nach aktuellen Zahlen (Stand 23. April) waren insgesamt über alle Kita-Betreuungsformen und Einrichtungen verteilt am 23. April 76 Kinder in der Notbetreuung. Ab Montag erhöht sich die Zahl um mehr als das Doppelte: 158 Kinder sind es dann. Im DRK-Familienzentrum Sythen stieg der Bedarf von 9 auf 19 Kinder, im Städtischen Familienzentrum Conzeallee von 4 auf 13, im Martin-Luther-Kindergarten von 3 auf 12 und in der AWO-Kita Lohausstraße von 3 auf 11. In den katholischen Kindergärten gibt es nur einen leichten Anstieg der Betreuungszahlen. Der Großteil bleibt im unteren einstelligen Bereich.

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Cordula Borgsmüller, Verbundleitung der katholischen Kindergärten in St. Sixtus, sieht den Ausweitungen gelassen entgegen. „Wir werden uns wie gehabt an den Vorgaben des Ministeriums orientieren und die Hygienevorschriften einhalten.“ Im Moment laufe alles sehr gut. „Ich kann nur ein großes Kompliment an die Eltern aussprechen, sie sind sehr gewissenhaft“, sagt Cordula Borgsmüller. Weiterhin munterten die Erzieherinnen die Kinder, die noch zuhause betreut werden, mit kleinen Bastel-Anregungen und wöchentlichen Briefen auf. „Wenn die Kinder nicht zu uns kommen, kommen wir eben zu ihnen.“

Keine Probleme bekannt

„Mir ist nicht bekannt, dass es irgendwo Probleme gibt“, sagt Stadtsprecher Georg Bockey auf Anfrage nach der Betreuungssituation in den städtischen Kita-Einrichtungen.

In den städtischen Grundschulen liegt der Bedarf auch ab Montag weiterhin im einstelligen Bereich pro Schule, teilweise wird nur ein Kind betreut. Die weiterführenden Schulen haben in den vergangenen Wochen gar keine Fünf- oder Sechstklässler betreuen müssen. In der Realschule hat sich in dieser Woche und in der kommenden jeweils ein Kind angemeldet. Insgesamt wurden 37 Kinder betreut, ab Montag sind es 42. Die Zahlen seien jedoch immer unter Vorbehalt und könnten sich jederzeit ändern, hieß es von der Stadt.

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