Notfallambulanz im Sixtus-Hospital schreibt rote Zahlen

Fallpauschale reicht nicht aus

Für das Halterner St.-Sixtus-Hospital ist die Notfallambulanz ein wirtschaftlicher Verlustfaktor. Die Abteilung, die sich als sogenannte BG-Ambulanz auch um Arbeitsunfälle kümmert, schreibt rote Zahlen.

HALTERN

, 21.02.2015, 06:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Notfallambulanz im Sixtus-Hospital schreibt rote Zahlen

Schreibt rote Zahlen: die Notfallambulanz im Sixtus-Hospital.

Andreas Hauke, Geschäftsführer des Verbunds Katholische Kliniken Ruhr Nord (KKRN), bestätigte auf Anfrage das Defizit, das die gesamte Krankenhauslandschaft in Deutschland beklagt.

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, hatte dafür Zahlen als Beleg angeführt. Danach erhalten die Kliniken im Durchschnitt für einen ambulanten Notfall 32 Euro erstattet, die tatsächlichen Kosten belaufen sich aber auf mehr als 120 Euro.

8000 Fälle jährlich

Die Situation in Haltern spiegele die Gesamtlage in Deutschland wider, erklärte Andreas Hauke. Er sprach von „einer hohen Frequenz der Notfallversorgung“ im Halterner Krankenhaus. Die Zahl der jährlichen Fälle liege mit 8000 etwa genauso hoch wie die der stationären Behandlungen. 52 bis 55 Prozent der Patienten, die sich an die Ambulanz wenden, verbleiben anschließend zur stationären Behandlung im Sixtus-Hospital. Die gesamte Diagnostik mit dem dazu gehörigen Personal werde mit der durchschnittlichen Fallpauschale von 32 Euro keinesfalls abgedeckt.

Am häufigsten werden laut Hauke chirurgische Fälle in der Halterner Ambulanz gezählt, danach folgen die internistischen. Es stellen sich also zum Beispiel Menschen mit Schnittwunden und Brüchen oder mit unklaren Bauchbeschwerden vor.

Weil Haltern ein beliebtes Ziel für aktive Freizeitsportler ist, landen Unfallopfer aus der gesamten Region in der Halterner Ambulanz. Aus diesem Grund seien die behandelten Fallzahlen im Vergleich zur Größe der Stadt Haltern hoch, sagte Hauke. Die Patienten müssten dann manchmal Wartezeiten in Kauf nehmen, während das Klinikpersonal im Sixtus stark belastet werde.

Mehr Patienten

Hauke muss zwar einräumen, dass es auch Patienten gibt, die mit einer klassischen Erkältung die Notfallambulanz blockieren. Dies komme aber nicht sehr häufig vor. Ob diese Patienten aus Unwissenheit handeln oder an den Wochenenden und Feiertagen den Weg zur hausärztlichen Notfallpraxis in den Räumen der Paracelsusklinik Marl scheuen, ist nicht belegt. Zwischen 2012 und 2014 ist die Frequenz in der Notfallambulanz des Sixtus-Hospitals um zehn Prozent angestiegen. 

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