Notunterkunft in Sythen schließt im Sommer

Flüchtlinge

Im Sommer schließt das Land die Notunterkunft für Flüchtlinge in Sythen. "Wir müssen wirtschaftlicher denken", sagte dazu Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg. Künftig soll es in Nordrhein-Westfalen weniger Notunterkünfte (aktuell 264) geben und dafür mehr große Einrichtungen mit dauerhaften Plätzen, bestätigte er auf Anfrage.

HALTERN

, 12.04.2016, 17:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gut ein Jahr nach Eröffnung im September 2015 wird das Land die Notunterkunft für Flüchtlinge in Sythen wieder schließen.

Gut ein Jahr nach Eröffnung im September 2015 wird das Land die Notunterkunft für Flüchtlinge in Sythen wieder schließen.

Christoph Schlütermann, Vorstand des Rot-Kreuz-Kreisverbandes Coesfeld, ist auf die Schließung vorbereitet. Das DRK, das die Unterkunft in Sythen mit 220 Plätzen betreibt, kennt nur noch kein Datum. "Derzeit betreuen wir im ehemaligen Camp am Stockwieser Damm 140 Flüchtlinge.

Mit 70 Prozent haben wir noch eine relativ große Auslastung. Aber die Situation verändert sich." Die Zahl der Flüchtlinge nimmt zurzeit ab. "Mit Extremsituationen wie im Herbst vergangenen Jahres, als wir für jedes Bett dankbar waren, rechnen wir nicht mehr", beschreibt Christoph Söbbeler die gegenwärtige Lage. Das Land habe "eine vernünftige Vorsorge getroffen" und sei für alle Fälle gut aufgestellt.

Arbeitsverträge enden

Für die Mitarbeiter in Sythen ist das keine gute Nachricht. "Mit der Aufgabe der Unterkunft enden auch ihre befristeten Arbeitsverhältnisse", erklärte Christoph Schlütermann. Das DRK könne keine alternativen Arbeitsplätze anbieten.

Es sei denn, die Stadt entschließt sich zur Übernahme der Gebäude und würde dafür DRK-Personal in Anspruch nehmen wollen. "Grundsätzlich hat die Stadt ein Interesse, die Gebäude als kommunale Unterkunft für Asylbewerber zu nutzen", nahm Stadtsprecher Georg Bockey Stellung. Die Verwaltung gehe davon aus, dass auch auf lange Sicht Flüchtlinge unterzubringen seien.

601 Asylbewerber in Haltern

"Wir haben noch gut in Erinnerung, unter welchem Druck wir Unterkünfte aus dem Boden stampfen mussten. Deshalb ist es zurzeit nicht ratsam, auf die Unterkunft in Sythen zu verzichten." Zurzeit kümmert sich die Stadt um 601 Asylbewerber. Seit Wochen gibt es nahezu keine Zuweisungen mehr. Bockey: "Aber niemand weiß, wie es weitergehen wird."

Mit der Schließung der Landesunterkunft muss Haltern mehr Flüchtlinge dauerhaft unterbringen. Die Flüchtlinge in einer Landeseinrichtung werden auf den Zuweisungsschlüssel angerechnet. Haltern bekommt derzeit 220 Flüchtlinge (100 Prozent) angerechnet, einen Monat nach Schließung 80 Prozent, dann immer weniger und nach vier Monaten nichts mehr. Für Notunterkünfte zahlt das Land, für die dauerhafte Unterbringung von Asylbewerbern erhält die Stadt dagegen nur eine Pauschale. An 33 Standorten klärte die Bezirksregierung Arnsberg am Dienstag (12. April) den Aufenthaltsstatus von Geflüchteten aus Algerien und Marokko. Einen Einsatz in Haltern gab es nicht.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt