OGS-Betreuung in Haltern: Stadt investiert Millionenbetrag in Flaesheim und Sythen

rnOffener Ganztag

Die Stadt will 1,3 Millionen Euro investieren, um die Raumnot in den Offenen Ganztagsschulen Flaesheim und Sythen zu beheben. Was geplant ist, will die Verwaltung nun der Politik vorstellen.

Flaesheim, Sythen

, 08.11.2019, 12:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Ramona Fuchs vor 13 Jahren zur Offenen Ganztagsschule Flaesheim wechselte, gab es eine einzige Betreuungsgruppe. Heute sind es drei und die OGS (in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt) platzt aus allen Nähten.

Besonders mittwochs und donnerstags, wenn 42 Kinder an den Mittagstisch eilen, wird es eng. Ein Teil muss dann zum Essen in eine abgeschirmte Ecke im Mehrzweckraum ausweichen. Aber auch sonst ist die Situation prekär.

OGS-Betreuung in Haltern: Stadt investiert Millionenbetrag in Flaesheim und Sythen

Anne Hüwener, Verantwortliche in der OGS-Küche, teilt das Essen an die Kinder aus. Die offene Küche mit „Esszimmer“ reicht nicht für alle aus, eine zweite Gruppe isst im Mehrzweckraum. © Elisabeth Schrief

Unten befindet sich die Küche, oben unter dem Dach stehen der OGS zwei Räume samt Kuschelecke und Toiletten zur Verfügung. Diese erfüllen gleich mehrere Funktionen. Es geht permanent treppauf und treppab. „Den Ablauf zu organisieren, ist schon manchmal schwer“, sagt OGS-Leiterin Ramona Fuchs. Zum Glück dürfe die OGS nach Schulschluss Klassenräume der Heideschule mitnutzen.

Not beheben

76 Kinder besuchen die Offene Ganztagsschule in der Heideschule Flaesheim, 93 die OGS in der Grundschule Sythen. In Sythen werden aktuell fast doppelt so viele Kinder betreut als ursprünglich geplant, entsprechend spricht die Arbeiterwohlfahrt als Träger von sehr beengten Verhältnissen.

Seit Anfang 2018 arbeitet die Verwaltung an Plänen, wie sie die Not auch an anderen Schulen beheben kann. Für entspannte Voraussetzungen sorgte die Stadt nach entsprechendem politischen Beschluss an der Katharina-von-Bora-Schule und der Marienschule. Jetzt folgen die Grundschulen in Sythen und Flaesheim.

Die Erweiterung an der Marienschule beginnt in zwei bis drei Wochen, wie die Verwaltung mitteilt. Für die Katharina-von-Bora-Schule werden die Arbeiten am 8. November ausgeschrieben. Vorgesehen ist an beiden Orten eine konventionelle Bauweise.

Thema im Ausschuss

1,3 Millionen Euro will die Stadt in die Hand nehmen, um auch die Engpässe in Sythen und Flaesheim zu beseitigen. In Abstimmung mit den Schulen und dem Fachbereich Schule und Sport sind Planungen entwickelt worden, die am Dienstag (12. November) im Ausschuss Bauen und Verkehr vorgestellt werden.

In Sythen ist ein 270 Quadratmeter großer Neubau angedacht, der an der Grenze zur Juniorkita stehen soll. Hier werden künftig zwei neue Klassenräume und Toiletten zur Verfügung stehen. Weil es Höhenunterschiede im Gelände gibt, ist eine Direktanbindung an das Schulgebäude nicht möglich. Außerdem wäre dann, so die Stadt, der Mehrzweckraum in der Schule nicht mehr als Lehrerzimmer nutzbar. Die OGS wird nach Ende der Bauarbeiten um alte Klassenräume erweitert.

Land gibt Zuschuss

Auch in Flaesheim wird neu gebaut. Das eingeschossige Gebäude für die OGS hat eine Größe von gut 114 Quadratmetern und liegt im Garten hinter dem Schulgebäude. Dafür werden die baufälligen Garagen im Schulgarten abgerissen. Die OGS zieht nach Fertigstellung komplett ins Erdgeschoss, dafür wird auch noch ein Klassenraum umfunktioniert. Die jetzigen OGS-Räume im Dachgeschoss werden Klassenraum.

Das Land bezuschusst die Investitionen mit 111.228 Euro, die Stadt finanziert ihren Anteil über Kredite.

Die Entwicklung der OGS-Schülerzahlen

Stadt rechnet mit Anstieg

Die Schülerzahlen in den Offenen Ganztagsschule in Sythen und Flaesheim steigen. Die Entwicklung der OGS an der Grundschule Sythen sieht so aus: im Schuljahr 2015/2016: 94 Schüler; 2016/2017: 91 Schüler; 2017/2018: 70 Schüler; 2018/2019: 84 Schüler; 2019/2020: 99 Schüler. Die Entwicklung der OGS an der Heideschule Flaesheim: 2015/2016: 76 Schüler; 2016/2017: 85 Schüler; 2017/2018: 66 Schüler; 2018/2019: 72 Schüler; 2019/2020: 78 Schüler. Der „Knick“ in 2017/18 ist begründet durch die Diskussion um die Regel, wie viel Tage die Kinder in der OGS sein müssen. Dieser „Knick“ ist vorbei, die Stadt geht für die Zukunft von weiter steigenden Zahlen aus.
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