OGS-Gespräch mit Stadtverwaltung am Donnerstag

Kolpingtreff

Eine Betreuung in der Offenen Ganztagsschule an lediglich drei Tagen wöchentlich wird es künftig nicht mehr geben. Die Stadt beabsichtigt auch nicht, neben der OGS alternative Betreuungsangebote anzubieten. Mit diesen Aussagen geht die Verwaltung am Donnerstagabend in die von einer Elterninitiative organisierte Versammlung.

HALTERN

, 16.11.2016, 06:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
OGS-Gespräch mit Stadtverwaltung am Donnerstag

Eine Formulierung, die jetzt für viel Ärger sorgt: „In der Regel“ sollen Kinder die Offene Ganztagsschule an fünf Tagen besuchen. Die Stadt hat diesen Passus im Sinne der Eltern großzügig ausgelegt und muss jetzt Konsequenzen fürchten.

Ab 19.30 Uhr möchten Eltern mit Verwaltung und Politik im Kolpingtreff am Disselhof über die Anwesenheitspflicht debattieren und ihren Wunsch nach Flexibilität unterstreichen. „Die unklare Definition im Erlass und die Möglichkeit von Ausnahmen haben dazu geführt, dass einige Eltern ihre Kinder in Absprache mit der Schule nur drei Tage in die OGS geschickt haben. Auch wir als Schulträger haben diese Praxis im Laufe der Zeit zugelassen“, sagt Schulamtsleiter Ludger Muck.

Die Stadt tat es guten Gewissens. Denn im Erlass des Landesministeriums für Schule und Weiterbildung steht: „In der Regel“ erstreckt sich der Zeitrahmen „regelmäßig“ an allen Unterrichtstagen von 8 bis 16 Uhr, mindestens jedoch bis 15 Uhr.

Seit Einführung der OGS bereite laut Muck die Auslegung der Begriffe „in der Regel“ und „regelmäßig“ erhebliche Schwierigkeiten. Im Erlass werde nicht von einer ausdrücklichen Verpflichtung von fünf Tagen gesprochen. Das lasse die Vermutung nach möglichen Ausnahmen zu. Was aber bislang seitens der Stadt großzügig interpretiert wurde, ist jetzt nicht mehr möglich. Die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA NRW) kontrolliert nach und nach, ob die Städte die Anwesenheitspflicht – wie im Erlass formuliert – anwenden. Andernfalls droht eine Rückforderung der erhaltenen Landeszuschüsse (wir berichteten). „Um solche Rückforderungen zu vermeiden, müssen wir uns den Vorgaben des Landesministeriums strikt anpassen“, erklärt Ludger Muck. Das heißt, die Grundschüler besuchen die OGS verbindlich an fünf Tagen in der Woche, Ausnahmen können Eltern bei der Schulleitung beantragen.

Betroffene Eltern reagierten verärgert. Doch mit Blick auf die aktuelle Diskussion in der Presse stellt Ludger Muck ganz klar fest: „Die Eltern müssen entweder die Kinder jetzt an fünf Tagen in die OGS schicken, sich für eine gewünschte Befreiung an den jeweiligen Schulleiter wenden oder aber den Vertrag kündigen.“

Da die Stadt weder zusätzliche Räume noch Geld hat, wird sie keine weiteren Betreuungsangebote anbieten. Muck: „Wir sind weiterhin von der guten Arbeit in der OGS überzeugt.“ Am 21. Dezember treffen sich Vertreter des Landesministeriums, der Stadt Haltern und der Bezirksregierung in Münster zu einem Gespräch. „Wir werden alle Interessen ausloten und nach Möglichkeit einen Lösungsvorschlag erarbeiten“, kündigte Sprecherin Christiane Klein an.

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