Oldie auf dem Trockendock

Haltern Er versprüht den Charme längst vergangener Zeiten: der Schärenkreuzer. Einen solchen setzt zurzeit der Bootsservice Haltern wieder in Stand.

22.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das elegante Segelboot läutete vor rund 100 Jahren eine Revolution unter den Segelschiffen ein. Bootsservice-Inhaber Holger Sakowski: "Zuvor gab es nur schwerfällige Yachten, für die man bis zu zehn Personen benötigte, um sie zu segeln." Der 30er Schärenkreuzer, den der Halterner zurzeit in seiner Werkstatt am Münsterknapp restauriert, lässt sich bereits mit drei Personen bei einer Regatta fahren. Dank kleinem Motor lässt er sich ansonsten sogar auch als Einhandsegler nutzen.

Regatta-Tauglichkeit

Gebaut wurde der Schärenkreuzer 1931 in Estland. Auskunft darüber gibt das Messbuch des Schiffes. "Dieses weist auch Eigentümerwechsel aus", so Sakowski. In ihm werden die genauen Daten des Bootes festgehalten. So lässt sich bei Teilnahme an einer Regatta feststellen, ob das Boot seiner Segelklasse entspricht.

Und Regatta-Segeln möchte auch der Besitzer des Bootes, wenn das Schiff wieder hergestellt ist. Festes Ziel ist die Teilnahme an einer Regatta in Stockholm im nächsten Jahr zum 100. Geburtstag der Schärenkreuzer. Bis dahin haben Holger Sakowski und seine Mannschaft allerdings noch alle Hände voll zu tun. 250 bis 350 Arbeitsstunden, rechnet der Bootsexperte, werde er noch für die Instandsetzung des Schiffes benötigen. Der Schärenkreuzer hat eine Länge von zwölf Metern und eine Breite von knapp zwei Metern.

Für den Deckbereich wurden edles Mahagoni- und Teak-Holz verwandt, für den Rumpf Furnierholz mit mehreren Lackschichten. "Nur der Lack schützt vor UV-Einfluss", erklärt Sakowski. Bevor aber die äußeren Verschönerungsarbeiten anstehen, nehmen sich die Restauratoren zunächst das Innere des Bootes vor.

Kielbombe

Denn die so genannte Kielbombe, der unterste Teil des Kiels, ist mächtig marode. Er besteht aus Eisen und hat ein Gewicht von 800 Kilogramm. In ihm befinden sich Eisenstreben, die zum Teil völlig verrottet sind. Das darüber geschichtete Eichenholz fällt auseinander wie Pulver. Dennoch, so Sakowski, sei der hölzerne Schärenkreuzer ein sehr langlebiges Boot: "Es kommt darauf an, wie man es behandelt." Der Schaden an dem Boot, das er zurzeit in Reparatur hat, sei durch falsche Lagerung auf dem Trailer entstanden. Ein Fehler des Vorbesitzers. Bis Jahresende soll das Boot wieder seefest sein. Und Holger Sakowski freut sich schon jetzt auf ein besonderes Ereignis: Den Stockholm-Törn im nächsten Jahr darf er nämlich mit dem Besitzer absolvieren. hei

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