Opferanwalt hält Verdeckungsmord für möglich

Kandaouroff-Prozess

Mit der Vernehmung weiterer Zeugen ist am Dienstag der Prozess um den Kopfschuss-Tod des Halterner Seehof-Chefs Klaus Kandaouroff (80) fortgesetzt worden. Das Krimi-Potenzial des Falles wächst: In den Fokus rücken jetzt sogar Haare von streunenden Katzen.

HALTERN/BOCHUM

von Von Werner von Braunschweig

, 22.11.2011, 18:46 Uhr / Lesedauer: 1 min

Scheinbare Fallvariante des Opferanwalts: Sollten diese Haare gentechnisch zu denen der Tiere gehören, die häufig auf dem Kandaouroff-Anwesen umher streunen, könnte die Maske womöglich schon auf dem Gelände verloren, weggerissen oder weggeworfen worden sein. Hat kurz vor dem Kopfschuss-Drama ein Kampf zwischen dem Millionär und Mladen P. stattgefunden? Hat der Seehof-Chef Mladen P. eventuell erkannt und musste deshalb sterben? Der Opferanwalt hält einen bewussten statt des bisher von Mladen P. beteuerten versehentlichen Kopfschusses offenbar für keinesfalls ausgeschlossen. Nur so ist seine gestrige Anregung auf eine Spurenuntersuchung der Katzenhaare zu verstehen.

Neben Katzen beschäftigte auch der Einsatz der bei der Tätersuche eingesetzten „Mantrailing-Hunde“ das Bochumer Schwurgericht. Der Leiter der Ermittlungskommission bestätigte als Zeuge, dass die Suchhunde die Ermittler nicht nur zu dem mitangeklagten Bochumer Tatort, sondern auch zum Bochumer Gefängnis geführt haben: „Ein Hund wollte sogar in den Kanal springen.“ Zur Verblüffung der Ermittler wurde später im Kanal tatsächlich ein Projektil aus der Tatwaffe gefunden.Die drei Angeklagten Mladen P., Michael M. (46) und Volker H. (47) haben ihre Mitwirkung an der Erschießung des Hoteliers gestanden. P. muss sich auch wegen eines bewaffneten Überfalls im Jahr 2006 auf eine Bochumer Anwaltswitwe verantworten. DNA-Spuren an der im Fall Kandaouroff gefundenen Tätermaske überführten den Kellner aus Haltern als einen der beiden Täter.

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