Ortsteilforum Lippramsdorf: Bürger sollten nicht zu viel erwarten

Kommentar

Die Stadt Haltern lud die Lippramsdorfer zu einem Ortsteilforum ein. Sie wollte von den Bürgern wissen, wie sie ihren Ortsteil einschätzen und wo sie Probleme sehen. Dazu ein Kommentar.

Lippramsdorf

, 14.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ortsteilforum Lippramsdorf: Bürger sollten nicht zu viel erwarten

Lippramsdorf im Sommer: Der Dorfplatz grenzt unmittelbar an eine überdimensionierte Straßenkreuzung. Veränderungen sind gewünscht, aber wer bezahlt sie? © Jürgen Wolter

Es war politischer Wille, dass nach einer Bestandsaufnahme in der Innenstadt (Stichwort Isek) auch die Ortsteile mit ihren Stärken und Schwächen beleuchtet werden sollten. Die Verwaltung startete mit diesem Auftrag im zweitgrößten Ortsteil Halterns, in Lippramsdorf. Hier wie auch dann als nächstes in Hullern wollen sie und die Politiker sehen, wie die Dörfer gestärkt und weiterentwickelt werden können. Der Einstieg in Lippramsdorf ist gelungen.

Lippramsdorf ist ein vitaler Ortsteil mit Defiziten

Das Interesse am Ortsteilforum war verglichen mit der Einwohnerzahl zwar mäßig, aber die Mitwirkung dennoch kreativ und ergiebig. Lippramsdorf ist ein vitaler Ortsteil, er wird mit seiner Nahversorgung im Vergleich nur von Sythen getoppt. Aber der Ort an der Lippe hat seine Schwächen, die vor allem auf der Straße liegen. Wie gern würden die Bürger die in den 70er-Jahren als Errungenschaft gefeierte große Kreuzung wieder zurückbauen und dem Dorf eine wirklich schöne Mitte geben.

Das Forum ist nicht mehr als eine Bestandsaufnahme

Aber die Lippramsdorfer dürfen von dem Forum nicht zu viel erwarten. Lippramsdorf wird nicht Epizentrum furioser Veränderungen. Dafür hat die Stadt gar kein Geld. Baudezernent Siegfried Schweigmann konnte lediglich versprechen, zunächst einiges auf kleinem Dienstweg zu regeln. Das Ortsteilforum war nicht mehr als eine Bestandsaufnahme, es folgt kein Handlungskatalog wie bei Isek für die Innenstadt.

Bleibt zu wünschen, dass der Abend keine Zeitverschwendung war und letztlich - wie schon einmal bei den Dorferneuerungsplänen in den 90er-Jahren - alles fein zu den Akten gelegt wird. Und verstaubt.

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