Pfarrer Bastian Basse verabschiedete sich am Sonntag aus Haltern

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Er hat Akzente gesetzt und Spuren hinterlassen: Pfarrer Bastian Basse verlässt Haltern und ist vielleicht bald doch wieder ab und zu da.

Haltern

, 06.10.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war eine sehr schöne, eine abwechslungs- und segensreiche Zeit“, sagt Bastian Basse. Sechs Jahre lang war er als Pfarrer an der evangelischen Gemeinde in Haltern tätig. Am Sonntag verabschiedete sich Bastian Basse von seiner Gemeinde.

„Ich bin genau am Erntedanksonntag vor sechs Jahren in Haltern in mein Amt eingeführt worden und verabschiede mich ebenfalls wieder an Erntedank“, sagte Bastian Basse. „Damit schließt sich ein Kreis“.

Kinder- und Jugendarbeit, Kirchenmusik und Gottesdienstgestaltung, das waren die zentralen Themen, mit denen sich Bastian Basse in seiner Halterner Zeit beschäftigt hat.

Abendmahl für Kinder

„Im Kinder- und Jugendbereich musste ich gar nicht so viel neu erfinden“, sagt er. Wichtig war ihm die Einführung des Abendmahls schon für Kinder. „Als ich zum ersten Mal als Pfarrer in der Kirche vor den Kindern stand, die ich aus dem Kindergarten kannte, und die ihre Hände ausstreckten, um von mir das Abendmahl zu empfangen, das war für mich ein ganz besonderer Moment“, sagte Bastian Basse. Aber nicht nur die Mini- und Kindergottesdienste entwickelte er weiter, auch die Begegnungen der Generationen im Gottesdienst für Jung und Alt lagen ihm am Herzen.

Pfarrer Bastian Basse verabschiedete sich am Sonntag aus Haltern

Superintendentin Katrin Göckenjan-Wessel war zum Abschied von Pfarrer Bastian Basse in die Erlöserkirche gekommen. © Benjamin Glöckner

Superintendentin Katrin Göckenjan-Wessel hatte Bastian Basse bei seiner Amtseinführung 2013 ermutigt, neue Wege zu gehen. Und das tat der junge Pfarrer immer wieder.

„In Sachen Liturgie habe ich mich schon ab und zu mal ausgetobt“, sagt er mit einem Schmunzeln. Von katholischer Seite sei mal gesagt worden, wer an Ostern eine gute katholische Messe hören wolle, der solle in den Frühgottesdienst um sechs Uhr morgens am Ostersonntag in die Erlöserkirche kommen, sagt Bastian Basse. „Da habe ich unter anderem mit angesungenen Textstellen schon sehr viel ausprobiert.“ Auch die Nachtmesse am Heiligabend jeweils um 23 Uhr mit eigens zusammengestellter Projektband bleibt Bastian Basse besonders in Erinnerung.

Die Einrichtung eines zweiten Kindergartens in Haltern fällt ebenso in Bastian Basses Amtszeit wie die Gestaltung musikalischer Gottesdienste mit der Jugendband unter dem Titel „Keep Pray(s)ing“.

Auf Augenhöhe und mit Humor

Immer begegnete er den jungen Familien auf Augenhöhe und mit Humor. „Bei einem Elternpaar habe ich mal für Irritationen gesorgt, weil ich ihnen gesagt habe, ich könne ihr Kind leider nicht taufen. Als sie erschrocken nachfragten warum, habe ich nur gesagt: ‚Kind mit blau-weißem Schnuller, das geht gar nicht.‘ Sie haben es aber mit Humor genommen und wir verstanden uns danach prächtig.“

Gern hätte Bastian Basse in den Außenbezirken noch mehr bewirkt. Dass es in Flaesheim nicht gelang, einen Kandidaten für die Presbyteriumswahl zu finden, „das wurmt mich bis heute.“

Bastian Basse folgt seiner Frau Rebecca in die Soester Börde. Sie hat dort eine Pfarrstelle angenommen. „Sie ist mir nach Haltern gefolgt, jetzt folge ich ihr“, sagt Bastian Basse. „Außerdem kommt unsere jüngste Tochter jetzt in die Schule und die ältere ins Gymnasium, deshalb war jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Zäsur.“

Bastian Basse betont, dass die Zusammenarbeit mit seinen Halterner Kollegen Karl Henschel und Regine Vogtmann immer sehr kollegial und vertrauensvoll war. „Wir waren nicht immer einer Meinung, aber wir haben unsere Arbeit auf einer sehr harmonischen Basis gemacht.“

Als Liederpfarrer unterwegs

Bastian Basse wird selbst zunächst keine Stelle als Gemeindepfarrer annehmen. Er hat sich für zwei Jahre beurlauben lassen. Aber er kümmert sich um die Familie und um seine Tätigkeit als Liederpfarrer, die in Haltern ihren Anfang genommen hat. „Ich habe schon mehrere Anfragen, werde Workshops geben und in Gemeinden zu Gast sein“, sagt er. „Auch aus Haltern gibt es schon Anfragen. Vielleicht bin ich ja bald mal wieder zu Besuch hier.“

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