Pfarrer Ernsting findet klare Worte zum Missbrauch

Erklärung verfasst

DORSTEN / RECKLINGHAUSEN In einer unmissverständlichen Erklärung bezieht der langjährige Dechant und Pfarrer der St. Antonius-Gemeinde, Ludger Ernsting, klare Stellung zum aufgedeckten sexuellen Missbrauch durch kirchliche Seelsorger, der "zum Himmel schreit, weil die menschliche Würde der Opfer zutiefst verletzt wurde".

von Von Anke Klapsing-Reich

, 25.03.2010, 18:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Findet klare Worte zum Missbrauch: Ludger Ernsting.

Findet klare Worte zum Missbrauch: Ludger Ernsting.

Die Erklärung wurde erstmals bei einem Trauergottesdienst "In Scham und Solidarität" vorgestellt, der anlässlich der gegebenen Situation in der Gastkirche Recklinghausen stattfand. Dort arbeitet Ernsting seit dem vergangenen Jahr. "Sie richtet sich an die Opfer, an die kirchliche Leitungsebene und ist auch eine Selbstverpflichtung", erläutert Ernsting das Anliegen. Viele Besucher hätten spontan die Erklärung unterschrieben. Sie liege in der kommenden Zeit auch weiterhin noch zur Unterschrift in der Gastkirche Recklinghausen aus. Mittlerweile hätten sich aber auch noch viele weitere Gemeinden angeschlossen.

"Wir müssen nicht nur auf den Papst oder den Bischof warten - es ist auch unsere Sache", wirbt Ernsting in der Erklärung für eine Kultur des bewussten Hinsehens. Dabei ist sich der Pfarrer durchaus  bewusst, dass einige zugespitzte Punkte weitreichende Konsequenzen mit sich ziehen müssten: So z.B. die Forderung, dass das Bistum konsequent jeden Missbrauch in Zusammenarbeit mit den staatlichen Stellen aufzuklären habe, sowie die Bitte an den Bischof, die Thematik der Sexualität in der Leitungsebene der Gesamtkirche dahingehend einzubringen, dass es zu einer grundsätzlichen Aufarbeitung in der kirchlichen Lehre komme.

"Mit dieser Erklärung nehmen wir uns selbst in die Pflicht und stehen den Opfern zur Seite", hofft Ernsting, dass noch viele Christen unterschreiben werden.

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