Pflege des nationalen Naturerbes muss noch geklärt werden

Ehemaliger Truppenübungsplatz

Teile des ehemaligen Truppenübungsplatzes Haltern mit den Platzteilen Borkenberge und Lavesum werden künftig als Naturerbe geschützt. Wer sich um die Pflege des Geländes kümmern wird, ist noch nicht endgültig geklärt. Fest steht aber wohl: Die Motocrosser des MSC Haltern am See müssen nach einer alternativen Trainingsfläche suchen.

HALTERN

, 07.07.2015, 06:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Pflege des nationalen Naturerbes muss noch geklärt werden

Aus der Traum: Die Motocrosser werden keine Strecke in den Borkenbergen bekommen.

Als wahrscheinlich gilt, dass der Bund die Flächen der in Osnabrück ansässigen Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) anbieten wird. Ein entsprechender Beschluss des Bundeshaushaltsauschusses steht jedoch noch aus. „Noch ist nichts offiziell, aber wir hoffen auf eine baldige Entscheidung“, sagt Katja Behrendt, Sprecherin der DBU.

Ob und wann es zu einer Übertragung der Flächen kommt, hänge anschließend noch von weiteren Faktoren ab. „Wenn wir aus Berlin grünes Licht haben, werden wir die uns angebotenen Flächen zunächst sichten und prüfen“, erklärt die Sprecherin. Man werde beispielsweise ein Leitbild erstellen und langfristige Schwerpunkte festlegen.

Behrendt: „Dieser Prüfungsprozess, dessen Ausgang offen ist, dauert in der Regel mindestens ein halbes Jahr.“ Danach könnte die Erarbeitung eines Naturerbeentwicklungsplans mit einer konkreten Maßnahmenbeschreibung der nächste Schritt sein. „Das ist aber noch Zukunftsmusik.“

Gefährdete Arten

Fest steht: Auf den Flächen wird der Naturschutz höchste Priorität haben. „Und das ist gut so“, sagt Walter Fleuster von den Halterner Grünen. Durch die Übertragung in das Nationale Naturerbe sei eine „historische Chance wahrgenommen“ und „ein einmaliges Potenzial gesichert“ worden.

Zahlreiche gefährdete Arten würden in dem Gebiet einen wichtigen Rückzugsraum finden. Für die Zukunft wünscht sich Fleuster eine behutsame Öffnung der Gebiete für eine naturorientierte Naherholung im Einklang mit den Naturschutzzielen. „Es wird aber sicher keinen Massentourismus geben. Und natürlich auch kein Trainingsgelände, wie es sich einige Offroad- und Endurosportler gewünscht hatten“, so Fleuster.

Motocrosser suchen Alternativen

Für die Mitglieder des neu gegründeten Vereins „MSC Haltern am See“ ist das allerdings kein Grund, von ihren Plänen abzulassen. „Wir beschäftigen wir uns auch mit anderen Geländeflächen, außerhalb der Borkenberge, welche für unsere Zwecke geeignet wären“, sagt Vereinssprecher Lukas Pampus.

„Es gibt in Haltern und in der Region genug brachliegende Flächen, welche durchaus interessant wären. Wir möchten den vielen Hobbyfahrern eine Möglichkeit geben, ihrem Sport legal nachgehen zu können.

 

Lesen Sie jetzt