Polizei blitzt nur richtige Temposünder

Haltern 100, 80, 60... und dann blitzt es. Für viele Halterner ein Ärgernis: die Geschwindigkeitskontrolle am Bossendorfer Damm.

15.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wer von der A 43 in Richtung Haltern auf die A 52 fährt, der muss seine Geschwindigkeit schrittweise verringern, schließlich wird die Straßenführung einspurig und Tempo 60 ausgeschildert. Nur wenige hundert Meter danach fällt die Tempo-Begrenzung wieder weg.

Eine Stelle, an der die Polizei regelmäßig Schnellfahrer aufs Korn nimmt. "Abzocke", wie viele Autofahrer meinen. Einer von ihnen will gegen sein Bußgeld sogar gerichtlich vorgehen. Er zweifelt die Rechtmäßigkeit an.

Das sieht die Polizei ganz anders. Für Polizeispressesprecher Bernhard Auf der Springe liegen hier durchaus Gründe vor, warum seine Kollegen genau an dieser Stelle auf die Geschwindigkeitsbegrenzung achten. Dafür führt er die Unfallstatistik der letzten Jahre an: So gab es im Juni 2005 an dieser Stelle einen Unfall, bei dem ein Motorradfahrer ums Leben kam. 2006 zählt die Statistik hier sechs Unfälle mit Personenschaden, vier davon kamen zustande, da trotz durchgezogener Linie versucht wurde zu wenden: "Und auch 2007 gab es bereits vier Unfälle an dieser Stelle."

Was diese Stelle besonders kritisch macht: Um ihre Fahrstrecke in Richtung der passenden Ausfahrt abzukürzen, versuchen Autofahrer zu wenden. Ein echter Gefahrenpunkt, wie auch Heinz Boente, Leiter der Autobahnmeisterei Recklinghausen, weiß. Für ihn ist die Reduzierung des Tempos auf 60 an der Stelle unbedingt notwendig: "Der Fahrbahnbelag ist defekt, außerdem kann das Wasser bei Regen hier nur schlecht ablaufen."

Deutlich zu schnell

Dass gerade die Tempokontrolle für Unfälle in dem einspurigen Bereich führen könnte, glaubt Auf der Springe nicht: "Das ist bei Tempo 60 kein Problem." Außerdem sei die Fahrspur breit genug, so dass niemand - auch LKW-Fahrer nicht - auf die Gegenspur ausweichen müsse. Hinzu komme: "Die Kollegen blitzen auch wirklich nur die, die deutlich zu schnell sind. Nicht die, die 65 oder 67 km/h fahren." Heike Riemann

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