Polizei "erwischte" kaum Temposünder

Europaweiter Blitzmarathon

In aller Früh startete am Donnerstag (16.4.) der erste europaweite Blitzmarathon. In Haltern hatte die Polizei allerdings kaum "Kundschaft". An den vier Messstellen im Stadtgebiet mussten die Einsatzkräfte nur wenige Verstöße ahnden.

Haltern

, 16.04.2015, 17:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
Beim Blitzmarathon wurden auch in Haltern an mehreren Stellen Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt.

Beim Blitzmarathon wurden auch in Haltern an mehreren Stellen Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt.

Auch am Hennewiger Weg, wo sich Polizeihauptkommissar Siegfried Jarzombek und drei weitere Kollegen am Nachmittag positionierten, hielten sich die meisten Autofahrer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit in der Tempo-30-Zone. „Soll ich Ihnen vielleicht einen Kaffee bringen?“, fragte eine Anwohnerin die beschäftigungslosen Polizisten daher etwas neckisch.

"In die Köpfe der Menschen"

Siegfried Jarzombek, Direktionsleiter Verkehr, stellte unterdessen klar, dass es der Polizei beim Blitzmarathon nicht um die Anzahl der Knöllchen geht: „Unser Ziel sind nicht mehr Bußgeldeinnahmen, sondern weniger Tote und Schwerverletzte im Straßenverkehr. Wir wollen in die Köpfe der Menschen, nicht an ihre Portemonnaies.“ Überhöhte Geschwindigkeit ist die häufigste Unfallursache, alleine in Deutschland starben im vergangenen Jahr 3350 Menschen bei Verkehrsunfällen. 2014 sind EU-weit im Schnitt 70 Menschen am Tag im Straßenverkehr ums Leben gekommen.

Dass sich am Donnerstag ein Großteil der Autofahrer in Haltern an die vorgeschriebene Geschwindigkeit hielten, wertete Jarzombek als „positives Zeichen“. Erstmalig lief der Blitzmarathon diesmal zeitgleich in ganz Deutschland und 21 weiteren europäischen Ländern. Bei uns im Kreis Recklinghausen wurde an 78 verschiedenen Stellen geblitzt. Die Straßen waren, wie schon beim letzten Mal, von den Bürgern ausgewählt worden. Allerdings war die Beteiligung diesmal sehr gering. Nur 170 Leute haben mitgemacht. Auch in Haltern (fünf Teilnehmer) war die Abstimmung ein Flop (wir berichteten).

Weitere Anregungen

Auf der Facebook-Seite unserer Zeitung gab es dagegen zahlreiche Vorschläge. „Irgendwie ist die Abstimmungsmöglichkeit an vielen vorbeigegangen“, schreibt zum Beispiel Karin Kropf. „Ich hätte da auch noch ein paar Vorschläge. Gerade im Bereich Flaesheim, Hullern, Sythen und Lavesum“. Verena Braun hätte die Sythener Straße vorgeschlagen. „Da rasen die Zweiräder teilweise wie die Irren“, meint sie.

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