Polizistin vergisst Waffe auf der Damentoilette

MÜNSTER Im Prozess gegen Mitglieder der Rockerbande Bandidos hat es am Mittwoch eine Sicherheitspanne gegeben. Eine Polizeibeamtin (38) hatte auf der Damentoilette des Landgerichts ihre Dienstwaffe liegen lassen.

von Von Jörn Hartwich

, 15.05.2008, 14:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Pistole war später ausgerechnet von einer Verwandten eines der Angeklagten gefunden worden. Polizeipräsident Hubert Wimber hat bereits eine Untersuchung des Vorfalls angeordnet. „So etwas darf nicht passieren“, sagte Pressesprecher Alfons Probst auf Anfrage unserer Zeitung. Der Prozess vor dem Landgericht Münster wird seit Oktober von Beamten des Polizeipräsidiums gesichert. Alle Besucher werden auf Waffen durchsucht, die Personalien notiert.

Hektik

Während einer dieser Kontrollen war gestern Vormittag kurzfristig Hektik ausgebrochen. „Zwischenfall auf der Damentoilette“, raunte einer der Polizisten und rannte sofort mit einer Kollegin los. Die Finderin der Waffe hatte selbst die Polizei gerufen. Wie es heißt, hat die Pistole eine Viertelstunde auf der Damentoilette gelegen. Die Mitglieder der Bandidos, die sich unter den Zuschauern befanden, konnten sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. „So viel zum Thema Sicherheit“, sagte einer der Präsidenten süffisant. Der betroffenen Beamtin droht nun ein Disziplinarverfahren. Wie es zu der Panne kommen konnte, ist unklar. „Der sensible Umgang mit Dienstwaffen muss allen Beamten bewusst sein und ist ständig Gegenstand unseres Trainings“, erklärte Polizeipräsident Wimber.

Den angeklagten Bandidos wird vorgeworfen, ihren Ex-Schatzmeister überfallen zu haben und in Waffengeschäfte verstrickt gewesen zu sein. Die Staatsanwaltschaft hat bis zu fünf Jahre und acht Monate Haft beantragt. Urteile am 26. Mai.  

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