Probleme am Silbersee II: Beteiligte diskutierten über mögliche Lösungen

rnRunder Tisch

Aufgrund von Lärm, Müll, Falschparkern und Polizeieinsätzen ist der Silbersee II häufig negativ in die Schlagzeilen geraten. Nun haben sich Interessensvertreter zu einem Austausch getroffen.

Sythen

, 22.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Atze Schröder ist der Silbersee II die Côte d’Azur des Ruhrgebiets. Der Badesee zwischen Sythen und Hausdülmen ist bei Ausflüglern aus ganz NRW, insbesondere aus dem Münsterland und Ruhrgebiet, beliebt. Doch weil sich nicht alle Besucher an die Verhaltensregeln halten, kommt es auch immer wieder zu Problemen.

Am Sonntag musste die Polizei einige Platzverweise aussprechen, nachdem mehrere Personen in eine handfeste Auseinandersetzung geraten waren. Probleme gibt es in diesem Jahr besonders auch am Nordufer gegenüber vom offiziellen Badestrand. Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes haben in den letzten Wochen ein ständiges Anwachsen der Zahl der Besucher, die sich dort im Gelände aufhalten und zum Teil sogar dort zelten, beobachtet. Am letzten Juniwochenende sollen es bis zu 1000 Menschen gewesen sein, die dort auch für ein Müll-Chaos gesorgt hatten (wir berichteten).

Johann Lisser ist Geschäftsführer der Silbersee Vermietungsgesellschaft mbH.

Johann Lisser ist Geschäftsführer der Silbersee Vermietungsgesellschaft mbH.

Die Probleme und der damit oftmals auch verbundene Ärger für benachbarte Anwohner kratzen am Image des Silbersees. Am Dienstag trafen sich nun Vertreter unter anderem von Polizei, Ordnungsamt und des neuen Generalpächters zu einem intensiven Austausch, um über mögliche Lösungen zu grübeln. Das Gespräch fand im Strandrestaurant „Treibsand“ unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Gezielt und lösungsorientiert handeln

Als Vertreter der Halterner Silbersee Vermietungsgesellschaft mbH nahm Geschäftsführer Johann Lisser an dem „Runden Tisch“ teil. „Es war ein konstruktives und faires Gespräch, bei dem wir auch offen über die unterschiedlichen Interessenslagen und Zuständigkeiten aller Beteiligten diskutiert haben. Ich hoffe, dass wir den Austausch weiter intensivieren und gemeinsam an einem Strang ziehen, um gezielt und lösungsorientiert handeln zu können“, erklärte der 38-Jährige im Anschluss der fast zweistündigen Besprechung.

Das Treffen sei wichtig gewesen, „weil in der Vergangenheit leider viel zu selten miteinander gesprochen wurde“, so Lisser. Sein Ziel sei es, mit allen Beteiligten eine strategische Ausrichtung für die Zukunft zu entwickeln, um damit auch das Image des Silbersees aufzupolieren. Vorhandenen Problemen müsse man mit klaren Regeln und Kontrollen aber auch mit kreativen Konzepten entgegentreten. Dafür, so der 38-Jährige, sei ein gutes Zusammenspiel aller Partner, darunter Kreis, Stadt, Polizei, Feuerwehr und DLRG, von entscheidender Bedeutung. Lisser: „Wir wollen auf eine transparente und zielgerichtete Kommunikation setzen. Ich wünsche mir, dass wir nun gemeinsam den Blick nach vorne richten.“

Bereiche sperren? Zäune aufbauen? Verstärkte Kontrollen? Wie können die vielfältigen Probleme gelöst werden? „Das müssen wir nun im Detail erarbeiten. Wir brauchen vor allem zielführende Lösungen.“ Als ein Beispiel nennt Johann Lisser das Müllproblem. „Wenn wir die am Strand hinterlassenen Müllberge mit unseren Leuten einsammeln, dann kann so was auch kontraproduktiv sein. Wir regen dadurch ja kein Umdenken an.“

Illegale Abfallbeseitigung als Umweltstraftat verfolgen

Daher könne es sich hier als zielführender erweisen, Kontrollen zu intensivieren, um Müllsünder auf frischer Tat zu ertappen und zur Rechenschaft ziehen zu können. Bei den Müllsünden am Silbersee handele es sich nicht nur um Ordnungswidrigkeiten. „Illegale Abfallbeseitigung kann, wenn Gewässer, Boden oder Luft verunreinigt werden, auch als Umweltstraftat verfolgt werden. Dann wird ein Strafverfahren eingeleitet und den Übeltätern droht eine empfindliche Geldstrafe“, wie Johann Lisser betont.

Mit niveauvollen und exklusiven Veranstaltungen wolle er als zuständiger Geschäftsführer außerdem dafür sorgen, die Menschen gezielter für einen Besuch am Silbersee zu begeistern. „Wir wollen nicht der Ballermann des Ruhrgebiets sein, sondern eine Wohlfühloase für unsere Gäste schaffen.“ Er könne sich auch Vorteilsangebote, zum Beispiel für Anwohner und Familien vorstellen, um Leute zu einem Abstecher zum Silbersee einzuladen.

Ein anderes Zielpublikum dürfte auch der neu eröffnete Maui Beach Club anziehen. Hier sind bereits zwei weitere Veranstaltungen geplant. Am 2. August ist DJ MOGUAI mit seinem Set live zu Gast. Am 16. August werden die „Discoboys“ auflegen. Die streng limitierten Tickets sind nur online erhältlich.

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