Prozess gegen Halterner: Verteidiger muss Gerichtskosten zahlen

rnLandgericht Essen

Da war man auf Seiten des Gerichts wohl ziemlich verstimmt: Dem Verteidiger eines Angeklagten aus Haltern sind kurzerhand die Gerichtskosten aufgebrummt worden.

Haltern/ Essen

, 20.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Statt selbst zu kassieren muss der Verteidiger eines Angeklagten aus Haltern nun erst einmal selbst in die Tasche greifen. Die 8. Strafkammer am Essener Landgericht hat dem Marler Anwalt am Montag die Kosten für die Berufungsverhandlung aufgedrückt.

Was war passiert: Als der Prozess um 9.30 Uhr beginnen sollte, waren (fast) alle da: die Richter, die Staatsanwältin, ein Gutachter und der Angeklagte. Nur der Platz des Verteidigers blieb leer. Die Richter hatten daraufhin mehrfach mit der Kanzlei Kontakt aufgenommen, doch die Telefonate blieben ohne Erfolg.

Über eine Stunde warteten die Anwesenden

Erst hieß es, es sei jemand unterwegs, dann wurde das Gegenteil mitgeteilt. Der Termin sei zwar notiert, wo der Fehler liege, könne zurzeit nicht geklärt werden. Als versucht wurde, den Anwalt direkt anzurufen, wurde nicht abgenommen.

Nach über einer Stunde Wartezeit werteten die Richter das Verhalten als „unentschuldigtes Fehlen“. Der Prozess wird nun wohl erst im März stattfinden. Die Rechnung über die entstandenen Kosten, unter anderem für den Gutachter, bekommt der Verteidiger nun zugeschickt.

In der Sache ging es um eine Verkehrsstraftat. Der Angeklagte war in erster Intanz vom Amtsgericht Marl zu einem Jahr Haft ohne Bewährung plus zweijähriger Führerscheinsperre verurteilt worden. Dagegen hat er Berufung eingelegt.

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