Prüfung des Wohnprojekts im Elterbreischlag geht in die nächste Runde

rnSeniorengerechtes Wohnen

Seit Monaten lässt der Kreis Recklinghausen mit einem Ergebnis zum Bauprojekt Seniorengerechtes Wohnen in Sythen auf sich warten. Jetzt heißt es: „Das Verfahren geht in die nächste Runde.“

Sythen

, 18.08.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach monatelanger Erörterung in der Verwaltung des Kreises Recklinghausen wird sich das Prüfverfahren zum Bauprojekt „Seniorengerechtes Wohnen“ im Elterbreischlag nun nochmals in die Länge ziehen. „Die Entscheidung zum Elterbreischlag geht in die nächste Runde“, teilte Kreissprecher Jochem Manz am Dienstag auf Anfrage mit. Es solle nun noch zusätzlich eine externe rechtliche Expertise eingeholt werden, hieß es.

Debatte über Gebäudehöhe und Berechnung der Geschosse

In der oberen Bauaufsicht des Kreises hatte man sich nach Manz’ Aussage seit Dezember nicht einigen können, ob baufachlich und bauordnungsrechtlich alles richtig lief in dem Sythener Wohngebiet.

Stein des Anstoßes ist demnach die „Genehmigung der Gebäudehöhe und die Berechnung der Vollgeschosse“, sagte Manz. Hier gebe es nach wie vor Nachfragebedarf. So sei das Projekt der TSC Osmium in Berlin offenbar im Verlauf der Bauphase höher geworden.

Baufachleute und Juristen beim Kreis hätten sich in diesem Zusammenhang „nicht einheitlich verständigen“ können. Beide Seiten hätten sich zudem auf unterschiedliche Rechtsgrundlagen bezogen. „Man hat immer versucht, selbst eine Entscheidung zu treffen“, betonte Manz und bedauerte die erneute Verzögerung des Prüfverfahrens.

Jetzt also soll eine Fachkanzlei hinzugezogen und mit der Bewertung des Bauprojekts Seniorengerechtes Wohnen beauftragt werden. „Derzeit sammeln wir die erforderlichen Unterlagen“, erklärte der Kreissprecher. Schon in den nächsten Tagen sollten diese dann zugestellt werden. Eine geeignete Kanzlei sei bereits ausgemacht. Die letzte Entscheidung nach Auswertung des entsprechenden Gutachtens treffe aber selbstverständlich der Kreis.

„Nicht unbedingt die Regel“

Die Einbeziehung externer Fachleute sei „nicht unbedingt die Regel“, räumte Manz ein. Es sei aber durchaus auch schon in anderen Fällen vorgekommen, dass der Kreis weitere Experten zu Rate gezogen habe. Manz wollte nicht spekulieren, wie viel Zeit die erneute Prüfung des Projekts in Anspruch nehmen wird.

Die Stadt Haltern ist vom Kreis über das erweiterte Prüfverfahren informiert worden. Das bestätigte Siegfried Schweigmann. Wegen des laufenden Verfahrens wollte sich der Baudezernent nicht näher in dieser Sache äußern.

Bürgermeister Bodo Klimpel hatte die Bauaufsichtsbehörde bereits im Dezember 2019 eingeschaltet. Damals war er noch von einer maximal sechswöchigen Bearbeitungszeit ausgegangen. Kreissprecher Manz hatte im Mai dieses Jahres dann gesagt, es gebe nur noch ein paar Einzelfragen zu klären, die Prüfung sei nahezu abgeschlossen. Danach hieß es des öfteren: „Es gibt noch weiteren Gesprächsbedarf.“ Die Bewertung einzelner Punkte und daraus resultierender Konsequenzen sei noch unklar.

Stadt erteilte der TSC Osmium Baugenehmigungen

Die Stadt hatte der TSC Osmium im Alleingang Baugenehmigungen erteilt, die es ermöglichten, drei Wohnhäuser mit je sieben Wohnungen durch Treppenhäuser zu verbinden, obwohl ursprünglich nur Laubengänge geplant gewesen waren. So war eine mehr als 70 Meter lange gewaltige Gebäudefront entstanden, über die die Anwohner sich mehrfach aufs Schärfste beklagt hatten. Das Wohngebiet Elterbreischlag ist von Einfamilienhäusern geprägt.

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