Quartier Nordwall soll "lecker und vital" werden

Pläne im Ausschuss vorgestellt

Stadtplaner Martin Rogge wirft Haltern mit seinen Ideen zum Quartier Nordwall einen Knochen vor: Die dicken Enden der Einkaufsmeile Rekumer Straße - Alter Markt und neues Quartier - sollen wie bei einem Knochen ein starkes Gewicht haben und die Attraktivität der Rekumer Straße als Mitte sichern. "Entscheidend ist, dass beide Enden lecker und vital sind", benutzte Rogge in der öffentlichen Sitzung Dienstagabend im Rathaus ein Bild für die in Planerkreisen gängige Knochentheorie.

HALTERN

, 14.04.2016, 06:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Quartier Nordwall soll "lecker und vital" werden

Reges Interesse

Am Dienstag stellte Martin Rogge den Mitgliedern des Ausschusses Stadtentwicklung/Umwelt und interessierten Bürgern erste Ideen für die Gestaltung des Bereiches zwischen Rekumer Straße, Nordwall, Zum Mühlengraben und Grabenstiege vor. Die Politiker reagierten unterschiedlich auf das Vorhaben, Handeln und Wohnen im Nebeneinander zu gestalten.

Stimmen aus der Politik

Dr. Hans-Ulrich Mast (WGH): "Alle Grünflächen, die wir ökologisch entwickeln könnten, haben wir der Freizeit geopfert. Die Nachverdichtung an der Grabenstiege führt dazu, dass wir uns nur noch zwischen Ödflächen bewegen. Wir diskutieren über ein schwieriges Thema, dafür sollten wir uns Zeit lassen."

Beate Pliete (SPD): "Ein integriertes Stadtentwicklungskonzept heißt auch, die Ortsteile sowie die jüngere Bevölkerung mit in den Blick zu nehmen. Wird neuer Wohnraum geschaffen, muss er bezahlbar sein."

Wolfgang Ulke (CDU): "Wenn das Quartier neu gestaltet wird, sollten wir dann nicht auch den Knotenpunkt Lavesumer Straße/Nordwall in den Blick nehmen und schauen, ob die Betrachtung über den Nordwall hinaus notwendig sein könnte? Mit den Ausführungen bin ich zufrieden, jetzt werden wir in eine sachgerechte Diskussion einsteigen.

Maaike Thomas (Die Grünen): "Es geht um den Erhalt einer attraktiven Innenstadt und es ist unsere Aufgabe als Politiker, diese zu erhalten. Wir brauchen ein Handlungskonzept und wir brauchen einen Lebensmittelmarkt in der vorgesehenen Größe. Sonst geht die Stadt auf Dauer kaputt."

Kai Surholt (FDP): "Wir brauchen keinen Lebensmittel-Vollsortimenter in der Stadtmitte. Mit Lebensmittelmärkten sind wir in Haltern schon gut genug aufgestellt. Eine moderate Entwicklung des Gebietes ist sicherlich sinnvoll, wir sollten aber nicht den Charme der Kleinteiligkeit Halterns zerstören."

Die Untersuchung der Flächen ist der nächste Schritt, weitere öffentliche Diskussionen werden folgen. Heinrich Wiengarten traut der Knochentheorie allerdings nicht: "Damit sind wir, wenn ich an die Muttergottesstiege und den Marienhof denke, schon zweimal auf die Nase gefallen."

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