RAG will Zeche vermieten - Flüchtlingsunterkunft?

Schacht in Lippramsdorf

Neue Landeseinrichtungen für Flüchtlinge sollen eine Größe von mindestens 500 Plätzen haben. Deshalb ist das alte Schachtgebäude Auguste Victoria 8 in Lippramsdorf im Gespräch. Hier sollen 1000 Plätze geschaffen werden. Die Bezirksregierung allerdings mauert: "Wir reden noch reichlich im Konjunktiv."

LIPPRAMSDORF

, 14.01.2016 / Lesedauer: 3 min
RAG will Zeche vermieten - Flüchtlingsunterkunft?

Laut Rahmenbetriebsplan müsste das stillgelegte Zechengelände in Lippramsdorf der Natur zurückgegeben werden. Landespolitische Gründe erlauben eine Zwischennutzung: Die Gebäude sollen möglicherweise als Flüchtlingsunterkunft dienen.

Pressesprecher Thomas Drewitz betonte, die Bezirksregierung sondiere noch, ob die Zechengebäude, die als Unterkünfte angeboten worden seien, tatsächlich brauchbar sind. "Zurzeit erstellen wir ein Raumkonzept", erklärte er auf Anfrage der Halterner Zeitung. Wasser- und Stromversorgung, Sanierungsbedarf, Brandschutz - das seien Themen, die zunächst abgearbeitet werden müssten. Die Prüfungen könnten sich noch Wochen hinziehen.

Neue Strukturen

Erster Beigeordneter Hans-Josef Böing hatte bereits im Oktober angekündigt, dass der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes mit Hochdruck daran arbeitet, das Gebäude in Lippramsdorf als Unterkunft herzurichten. Die 1000 Plätze würde sich Haltern mit Marl teilen. "In Marl werden zurzeit 1400 Flüchtlinge betreut, für uns wäre Schacht AV 8 eine große Entlastung", sagte Marls Pressesprecher Daniel Rustemeyer.

Die Bezirksregierung Arnsberg, die für die Verteilung der ankommenden Flüchtlinge auf die 396 Kommunen Nordrhein-Westfalens zuständig ist, arbeitet an der Neustrukturierung der Unterkünfte. Nach Auskunft von Benjamin Hahn (Pressestelle) sollen kleine Einrichtungen mit bis zu 250 Plätzen aufgegeben werden. Sie seien zu unwirtschaftlich. Ob deshalb die Sythener Unterkunft geschlossen wird, steht noch nicht fest. Hahn: "Es gibt derzeit keine konkrete Liste."

Zahl der Flüchtlinge steigt wieder

Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Nordrhein-Westfalen kommen, steigt wieder: Von 7000 Anfang Januar auf jetzt 10000 pro Woche. Die meisten Menschen stammen aus dem Irak, aus Syrien und Afghanistan. 15,25 Prozent der Ankommenden werden als feste Quote dem Regierungsbezirk Münster zugeordnet. Davon kommt ein Teil nach Haltern, aktuell leben 615 Flüchtlinge hier.

RAG Montan Immobilien verwaltet nach der Stilllegung der Zeche Auguste Victoria den Schachtstandort in Lippramsdorf. "Wir haben grundsätzlich keine Bedenken gegen eine Zwischennutzung bis zum vereinbarten Rückbau", erklärte am Donnerstag Pressesprecher Stephan Conrad. Die Gesellschaft sei zu einer Vermietung bereit, nach ihrer Schätzung könnten die Gebäude wegen des nötigen Umbaus frühestens im Winter bezogen werden. Haltern selbst habe den Standort ins Gespräch gebracht.

Aus wirtschaftlichen Gründen sind, so die Bezirksregierung Arnsberg, Betriebszeiten von fünf bis zehn Jahren vorgesehen.

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