Rasender Motorradfahrer muss Führerschein abgeben

In Teenager-Gruppe gefahren

Vor zehn Monaten kam es in Recklinghausen zu einem dramatischen Unfall. Ein Motorradfahrer (54) raste in eine Gruppe Teenager, die gerade zu Fuß die Straße querte - eine Halternerin (18) ist bis heute auf den Rollstuhl angewiesen. Am Dienstag wurde der Unfallfahrer verurteilt.

HALTERN

15.03.2017, 06:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rasender Motorradfahrer muss Führerschein abgeben

Mit einem Großaufgebot waren Polizei und Rettungskräfte damals bei dem schweren Unfall an der Akkoallee in Recklinghausen im Einsatz.

Das Jugendschutzgericht in Recklinghausen verhängte gegen den Familienvater wegen fahrlässiger Körperverletzung 14 Monate Haft auf Bewährung plus eine vierjährige Führerscheinsperre. Obendrein muss der vielfach und einschlägig wesen Raserei und Fahren ohne Fahrerlaubnis vorbestrafte Verkehrssünder 120 soziale Arbeitsstunden ableisten. Im Prozess hatte sich der 54-Jährige in seinem letzten Wort erstmals unter Tränen entschuldigt – vor allem für die Familien der Opfer kam das allerdings viel zu spät.

30 Meter durch die Luft geflogen

Es war der 26. Mai 2016, als der Recklinghäuser durch Raserei das unbeschwerte Leben einer 18-Jährigen aus Haltern praktisch für immer zerstörte. Mit mindestens Tempo 81, das errechnete ein Dekra-Gutachter im Prozess, erfasste der 54-Jährige die junge Frau, als sie mit zwei Freunden die Akkoallee überquerte. Während die Halternerin durch von dem Rennmotorrad voll erwischt und 30 Meter durch die Luft gewirbelt wurde, kamen ihre Freunde mit leichteren Verletzungen und einem Riesenschrecken davon.

„Ich habe einen Schlag gespürt und wurde dadurch gedreht. Im nächsten Moment habe meine Freundin fliegen sehen“, erinnerte sich eine Auszubildende (18) aus Recklinghausen. Ihre beste Freundin aus Haltern zog sich dagegen schwerste Kopfverletzungen, Wirbel- und Knochenbrüche zu. Die 18-Jährige ist wohl Zeit ihres Lebens auf Pflege und Hilfe angewiesen. Dass sie inzwischen zeitweise schon wieder ihr Lachen wieder gefunden hat, freut die Familie und Freunde zwar. „Aber es wird noch ein ganz langer Weg“, so ihre Mutter.

Erinnerungslücken

Der Motorradfahrer, der bei dem Unfall selbst verletzt wurde, hatte sich im Prozess auf Erinnerungslücken berufen. Er habe die Jugendlichen zwar gesehen, runtergebremst und einen Schlenker gemacht. Dann wisse er praktisch nichts mehr. 

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