Raubbau an der Natur: Baumpflege hat bei der Stadt Haltern keine Lobby

Meinung

Bäume in der Stadt werden für uns in Zukunft noch mehr Bedeutung haben, denn sie helfen dabei, den Klimawandel zu meistern. Dafür ist das Bewusstsein in Haltern zu wenig ausgeprägt.

Haltern

, 10.07.2021, 16:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Im vergangenen Jahr sorgte ein radikaler Baumschnitt in Flaesheim für Diskussionen.

Im vergangenen Jahr sorgte ein radikaler Baumschnitt in Flaesheim für Diskussionen. © Winkelkotte

Mit ihrer Fähigkeit, Kohlendioxid in Sauerstoff zu verwandeln, haben Bäume schon immer eine existenzielle Bedeutung für das Leben auf der Erde gehabt. Nun können sie uns auch noch bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels helfen. Bäumen im städtischen Raum kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Sie sorgen nicht nur für frische Luft, sondern auch für Verschattung, um intensive Sonnenbestrahlung abzumildern und für Kühlung zu sorgen.

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Gehen wir in Haltern entsprechend sorgsam mit unseren Bäumen um? Rückschnitte an städtischen Bäumen, die beispielsweise die Verkehrssicherungspflicht notwendig machen, nehmen nur noch externe Betriebe vor. Wenn man bedenkt, dass 20 Mitarbeiter des städtischen Grünflächenamtes knapp 200 Hektar Grünfläche (rund 275 Fußballfelder) mit unterschiedlichem Bewuchs und rund 7500 Bäume pflegen müssen, weiß man, warum das so ist.

Radikale Rasur der Bäume

Oft rücken die Firmen mit schwerem Gerät an und verpassen den Bäumen eine radikale Rasur. Zurück bleiben dann Bilder des Jammers, über die verschiedene Fachleute in Haltern nur den Kopf schütteln. Auf privaten Flächen wird noch eklatanterer Raubbau an der Natur betrieben. Großzügige Grundstücke in der Stadt, zu denen früher noch der Nutzgarten mit Obstwiese gehörte, werden bis an die zulässigen Grenzen überbaut. Für Bäume ist dort überhaupt kein Platz mehr.

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Es wird so gehandelt, als seien die Auswirkungen der Klimakrise mit ihren Hitzetagen, Dürreperioden, Starkregenereignissen oder Stürmen in Haltern noch nicht angekommen. So, als hätte sich die Stadt nicht schon 2012 für teures Geld ein Klimaschutz- und Anpassungskonzept erarbeiten lassen, in dem unter anderem auf die Bedeutung von Belüftungsschneisen und Grün im Stadtgebiet hingewiesen wird.

„Ist doch noch genug Grün in der Stadt vorhanden“, mag man denken. Wir müssen dafür sorgen, dass es so bleibt, auch wenn das Kosten verursacht.

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