Regeln missachtet: Sonnenhungrige nutzen Schleichwege zum Silbersee

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Wegen der Corona-Pandemie ist der Zugang zum Silbersee beschränkt. Davon lassen sich Sonnenhungrige nicht beeindrucken. „Es gibt kein Corona“, sagt einer.

Sythen

, 09.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer geglaubt hatte, mit der Info, der Silbersee sei am Samstag und Sonntag bereits ausgebucht, könnten weitere Besucher am heißesten Wochenende des Jahres ferngehalten werden, wurde eines Besseren belehrt. Besonders am Samstag setzten sich Sonnenhungrige aus der gesamten Region über die Zugangsbeschränkung inmitten der Corona-Pandemie hinweg und reisten zum Badeparadies an.

Sie gelangten vor allem über Schleichweg zum Gewässer, was Folgen für die Verkehrssituation an der Münsterstraße hatte. Beidseitig waren die Seitenstreifen etwa ab Bereich Versorgungsbrücke der Quarzwerke bis zur Einfahrt am Dülmener See zugeparkt, obwohl hier Parkverbote gelten.

Hinterlassenschaften eines Sommerwochenendes am Silbersee

Hinterlassenschaften eines Sommerwochenendes am Silbersee © Silvia Wiethoff

Das Ordnungsamt Haltern war im Einsatz und verteilte fleißig Strafzettel, bei der Hitze ein wirklich nicht beneidenswerter Job. Außerdem gefährlich. Auch für all jene, die sich - auch mit Kinder- oder Bollerwagen - in Richtung See aufmachten. Ein Besucher füllte sogar sein Plastikschlauchboot neben seinem Fahrzeug mit Luft, während auf der viel befahrenen Straße der Verkehr brauste.

Einhaltung der Corona-Regeln spielt offenbar keine Rolle

Zum Glück kam es weder in diesem Bereich noch an den anderen touristischen Schwerpunkten an den Seen in Haltern zu Unfällen. „Alles ruhig“, meldete die Polizeileitstelle Recklinghausen. Die Beachtung von Corona-Regeln spielte bei der Lagebeurteilung im Polizeipräsidium offensichtlich keine Rolle.

Kopfschüttelnd fuhr am Sonntagnachmittag ein Motorradpolizist an der Schlange parkender Autos und dem Silbersee zustrebenden Passanten an der Münsterstraße vorbei.

Das Auto der Halterner Zeitung sorgte bei anderen Verkehrsteilnehmern für Aufmerksamkeit. „Was Sie wohl für einen Bericht schreiben?“, kommentierte ein Mann aus Haltern. Auf die Gefahrensituation angesprochen, die durch das Parken auf dem Seitenstreifen entsteht, antwortete er der Reporterin: „Was kann ich dafür, wenn die da vorne (Anmerk. d. Red.: am Parkplatz Silbersee) so ein Theater machen?“ Ihm bliebe schlicht keine andere Möglichkeit, als sich mit seinem Pkw an den Rand der Straße zu stellen.

Den Einwand, dass aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Sommer weniger Besucher auf dem Silberseegelände zugelassen sind, ließ der Halterner nicht gelten. „Es gibt kein Corona. Das ist wissenschaftlich erwiesen. Da müssen Sie sich mal informieren.“

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