Regen spült die Gäste fort

Haltern Ein bisschen einsam fühlt sich Martina Hörs trup zwischen den tropfnassen Tischen und Bänken am Seeufer. Der ständige Regen hat die Gäste aus ihrem Biergarten «Jupp unner de Böcken» regelrecht fortgespült.

05.07.2007, 16:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wo sich bei strahlendem Sonnenschein Ausflügler in Scharen tummeln, herrscht seit Ferienanfang gähnende Leere. Denn wer genießt schon gern sein Pils unterm Regenschirm?

«Einen Vorteil hat das Wetter. Wir brauchen nicht ständig die Blumen zu gießen», nimmt's Hörstrup mit Humor, dass der «richtige» Sommer ungeniert auf sich warten lässt. Witterungsbedingte Umsatzeinbußen sind in dem Familienbetrieb in dritter Generation einkalkuliert: «Wir leben schon seit 60 Jahren damit, dass das Geschäft bei schönem Wetter brummt und bei Regen nichts los ist.»

Einen Grund zum Stöhnen und Jammern sieht die Gastronomin persönlich nicht. Zumal ab der nächsten Saison alles besser werde. «Für den Umbau unseres Biergartens haben wir nach jahrzehntelangem Hin und Her nun endlich die Baugenehmigung in der Tasche», freut sich Hörstrup, die den «Jupp» zusammen mit ihrem Bruder Toddy Geldmann betreibt. Ab Herbst wird unter den Buchen ein Vollstammhaus mit großer Veranda gebaut (wir berichteten), in dem die Gäste bei jeder Wetterlage ein trockenes Plätzchen finden.

Traumsommer 2006

Nicht nur am Seeufer, auch in der Innenstadt braucht zur Zeit kein Kellner unter freiem Himmel mit dem Tablett seine Runden zu drehen. Von einem Luxus-Sommer wie dem im vergangenen Jahr, als durstige Fußballfans im WM-Fieber rund um die Sixtus-Kirche die Kneipen- und Café-Kassen ordentlich klingeln ließen, können die Wirte im Moment nur träumen.

So langsam geht die Laune von Rossini-Chef Udo Meilenbrock baden: «Zumal sich das Wetter der Prognose nach auch auf längere Sicht nicht großartig ändern wird.» Er rechnet mit einem «nicht unerheblichen» wirtschaftlichen Schaden: «Das Einnahmedefizit macht sich am Jahresende auf jeden Fall bemerkbar.»

Das kann Helmut Kuchel, Inhaber des Stadtcafés, nur bestätigen. «Die Außensaison hat bis jetzt noch nicht stattgefunden. Aber vielleicht hat der Herbst ja mehr Sonnentage zu bieten als gewöhnlich», hofft er. «Das könnte einiges retten.» Christoph Walter

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