Regionalverband Ruhr und Kreis stellten neues Konzept vor

Schnelle Rettung im Wald

Schnelle Hilfe bei Unfällen im Wald versprechen sich der Regionalverband Ruhr (RVR) und der Kreis Recklinghausen durch ein neues Rettungskonzept, das sie am Freitag für die Haard und die Hohe Mark vorstellten.

HALTERN

von Thomas Fiekens

, 02.10.2015, 17:24 Uhr / Lesedauer: 1 min
Regionalverband Ruhr und Kreis stellten neues Konzept vor

Landrat Cay Sübercrüb (v.l.), Kreisbrandmeister Robert Gurk, Förster Kersten Blaschczok und RVR-Abteilungsleiter Ulrich Carow stellten das Rettungskonzept am Freitag vor.

Wer in der Haard, Hohe Mark oder Üfter Mark im Kreis einen Unfall hat, soll künftig schneller Hilfe bekommen. Damit verletzte Wanderer, Jogger, Reiter oder Radfahrer den Rettungskräften ihren Standort im Wald präzise angeben können, baut der RVR gemeinsam mit dem Kreis, den Kolping-Bildungszentren und der Vestischen Arbeit ein neues Rettungssystem auf.

Über einhundert Notfallpunkte mit genauen Standortdaten und entsprechende Karten in den Rettungsleitstellen erleichtern die Suche und lassen den Aufenthaltsort einer in Not geratenen Person in wenigen Minuten ermitteln.

UTM-Koordinatensystem

Die vom RVR ausgewählten Notfallpunkte wurden von den Feuerwehren überprüft und ergänzt und bei der Kreisleitstelle digital mit Standortnummern hinterlegt. Die kreisweite einheitliche Systematik der Fachbezeichnungen basiert auf dem UTM-Koordinationssystem und stimmt mit der Waldbrandkarte überein. Im Falle eines Notrufs kann der Einsatzleitrechner der Feuerwehr und den Rettungsdiensten den Standort des Hilfesuchenden auf dem Bildschirm anzeigen und auch eine genaue Anfahrtsbeschreibung zum Einsatzort liefern.

55 Notfallpunkte

Die Standortangabe findet eine in Not geratene Person im Wald auf einheitlichen DIN A4-großen Hinweistafeln mit roter Umrandung. Bei den Standortkoordinaten (Beispiel: RE 772-269) handelt es sich um die Abkürzung für den Kreis Recklinghausen sowie die Koordinaten. Im Notfall ist diese Nummer der Leitstelle per Smartphone mitzuteilen.

Insgesamt 150 Schilder und Rohrpfosten hat RVR Ruhr Grün in Auftrag gegeben und dafür rund 4 000 Euro investiert. Die 55 Notfallpunkte in der Haard, zwischen Haltern am See und Oer-Erkenschwick, sind bereits aufgestellt. Geplant sind weitere 35 Schilder für die Hohe Mark und elf für die Üfter Mark in Dorsten. Der Abstand zwischen zwei Schildern sollte nicht mehr als eintausend Meter betragen. Demnächst kann man in den Waldgebieten auch eine kostenlose App „Hilfe im Wald“ für Smartphones nutzen, die im Notfall den nächstgelegenen Rettungspunkt identifiziert und dorthin navigiert.

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