Römerbrücke ist sicher - trotz ihrer Risse

Fragen und Antworten

Die Römerbrücke "Tempus Via" am Annaberg ist sicher - trotz ihrer Risse. Jetzt wird geklärt, ob möglicherweise der Bergbau für die Schäden verantwortlich ist. Wir haben die wichtigsten Fakten in Fragen und Antworten zusammengestellt.

HALTERN

, 02.06.2016, 12:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Römerbrücke ist sicher - trotz ihrer Risse

Wieder haben sich in der Römerbrücke "Tempus Via" über der Dorstener Straße Risse geblidet.

Ratsmitglied Marlies Wesseler (Die Grünen) hatte bei Baudezernent Wolfgang Kiski dazu einen Fragenkatalog eingereicht. Nach Rücksprache mit Heinrich-Josef Jolk (Teamleiter Freiflächengestaltung beim Regionalverband Ruhr) und Andreas Wellpoth (Realisierung von Bau- und Landschaftsbauprojekten) konnte Wolfgang Kiski im Ausschuss Bauen und Verkehr am Dienstagabend detailliert Auskunft geben.

Welche Schäden traten in den ersten drei Jahren an der Römerbrücke auf?

Die Risse im Beton stehen unter Beobachtung. Risse bis zu einer Breite von 0,2 Millimetern sind zulässig, entsprechend der Norm und liegen im Toleranzbereich. Im letzten Jahr registrierte der RVR keine Risse, die hätten repariert werden müssen. Die jetzigen Risse sind, solange die Bewehrung nicht erreicht wird, nur oberflächlich. Erst das Auftreten von Rostfahnen wäre ein deutliches Indiz dafür, dass Rissbreite und-tiefe überschritten sind. Dann müsste verfüllt werden.

Welche Maßnahmen zur Mängelbeseitigung wurden bereits getroffen?

Im Rahmen der Gewährleistung wurden bislang die Geländeverankerungen und an wenigen Stellen der Korrosionsschutz der Geländer bemängelt. Sowohl die Beanstandungen des Verblendmauerwerks als auch die Haarrisse im Beton wurden vor Bauabnahme in Ordnung gebracht.

Wer ist für die Baumängel verantwortlich und wer bezahlt die Reparatur?

In der nächsten Woche wird der RVR die Ursache für die Betonabplatzungen feststellen. Sollte es sich um einen wie bereits im Vorjahr aufgetretenen Mangel handeln, so wird der Unternehmer zur Beseitigung aufgefordert. Der RVR erwartet kurzfristig ein Reparaturkonzept und wird dieses mit der Stadt abstimmen. Kosten entstehen nicht. Die Schadensbeseitigung erfolgt im Rahmen der vertraglichen Gewährleistung, hierzu liegt dem RVR eine entsprechende Bürgschaft vor. Auftragnehmer für die Brücke war die Firma Hofschröer aus Lingen. Sie ist somit technisch und wirtschaftlich verantwortlich für die Mängelbehebung.

Wie lange läuft die Gewährleistungspflicht?

Die Pflicht läuft bis zum 30. Juli 2017. In wie weit sich diese für die bis dahin instandgesetzten Mängel gesetzlich verlängert, ist gegebenenfalls juristisch zu prüfen.

Beeinträchtigen die Brücken-Schäden die Sicherheit der Radfahrer und Fußgänger?

Die Verkehrssicherheit ist nach Auskunft des RVR nicht gefährdet. Es bestand allenfalls die Gefahr, dass mutwillig lose Betonabplatzungen von der Brücke gestoßen oder geworfen werden könnten. Durch Schmutzablagerungen treten die Risse augenscheinlich deutlicher hervor, nach Reinigung und Vermessung sagt der RVR: Alles in Ordnung.

Könnte es sich auch um Bergschäden handeln?

Da die Schäden nun doch in zwei Jahren aufgetreten sind, hat der RVR die Brücke im Rahmen der Bergschadensregulierung bei der RAG angemeldet. Ein Ortstermin mit dem zuständigen Projektleiter wird kurzfristig vereinbart.

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