Römermuseum: Bürger und Experten entwickeln gemeinsam Online-Spiel

Römermuseum

Das digitale Zeitalter sorgt auch in unseren Museen für Veränderung. Das LWL-Römermuseum in Haltern ist an einem Projekt beteiligt, das in die Zukunft weist.

Haltern

, 09.05.2021, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die 3D-Rekonstruktion einer römischen Kline aus Haltern ist  dauerhaft in der Ausstellung des LWL-Römermuseums zu sehen.

Die 3D-Rekonstruktion einer römischen Kline aus Haltern ist dauerhaft in der Ausstellung des LWL-Römermuseums zu sehen. © LWL/ J. Mühlenbrock

Exponate und dazu eine Tafel mit Informationen, so sah es in einem Museum bis vor einigen Jahren aus. Doch der digitale Wandel macht auch vor Museen nicht halt. Das zeigt ein neues Projekt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), an dem neben dem Römermuseum in Haltern auch das Archäologiemuseum Herne und das Deutsche Bergbau-Museum Bochum beteiligt sind. Die drei Einrichtungen arbeiten dabei erstmals schöpferisch zusammen.

Mit dabei sind nicht nur Museumsexperten, sondern auch 15 Bürger, die sich für das Verbundprojektes „Museum als CoLabor: Öffne die Blackbox Archäologie!“ bewerben konnten und sich ehrenamtlich einbringen. Bei diesen handelt es sich um sogenannte „Digital Natives“ (Angehörige der Generation, die mit digitalen Medien aufgewachsen sind). Sie kommen aus dem gesamten Bundesgebiet.

Vertrauen auf „Digital Natives“

Die Beiratsmitglieder haben ganz unterschiedliche Hintergründe. Einige studieren Archäologie, Geschichte, Sozial-, Medien- oder Naturwissenschaften. Es sind aber auch Berufstätige dabei. „Die Teilnehmer:innen sind überwiegend in den 1990er Jahren geboren und mit digitalen Medien groß geworden“, teilte der LWL mit.

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„Sie entwickeln gemeinsam mit den Museumsmitarbeiter:innen und Expert:innen einer Digital-Agentur ein Online-Spiel sowie interaktive Medien wie Virtual Reality (kurz VR, zu deutsch künstliche Realität) und Augmented Reality (kurz AR, zu deutsch erweiterte Realität)“, heißt es in einer Pressemitteilung. Prof. Dr. Stefan Brüggerhoff, Direktor des Deutschen Bergbau-Museums Bochum, sagt dazu: „Dass Museen sich so weit öffnen und mit ihrer Zielgruppe gemeinsam Programme gestalten, ist keineswegs selbstverständlich, aber notwendig. Wir möchten wissen, für wen wir arbeiten und was unser Publikum braucht.“

Abtauchen in neue, digitale Welten

Entstehen soll ein Online-Spiel, verknüpft mit mehreren VR- und AR-Anwendungen vor Ort in den drei Museen. Das heißt, die Besucher der Museen können mehr über eingebendete Informationen erfahren (VR) oder in neue, digitale Welten eintauchen (AR).

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Es sollen Anreize geschaffen werden, die Museen zu besuchen und die dort installierten Anwendungen auszuprobieren. „In Zeiten der Corona-Pandemie wagen die LWL-Museen und das Deutsche Bergbau-Museum Bochum damit einen wichtigen Beitrag zur Erneuerung des Arbeitslebens im Kulturbereich. Die Herangehensweise soll Vorbild für andere kulturelle Einrichtungen bundesweit sein“, erklärte Projektleiterin Anika Ellwart.

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