Ruppig und rüde Rollstuhlfahrer abgekanzelt

In der Buslinie 298

Rüder Umgang mit einem behinderten Rollstuhlfahrer wird Fahrern der Buslinie 298 von Fahrgästen zur Last gelegt. Ein Busfahrer soll einen Rollstuhlfahrer an der Haltestelle in der Freiheit angeherrscht haben, er solle doch "einen Schraubenschlüssel mitnehmen, damit er die Rampe zur Einfahrt in den Bus nutzen" könne.

Haltern

, 18.11.2016, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ruppig und rüde Rollstuhlfahrer abgekanzelt

Die Buslinie 298 hält am Kärntner Platz.

Auf den Bericht über das skandalöse Verhalten des Busfahrer in der Halterner Zeitung am Freitag meldete sich ein weiterer Fahrgast zu Wort, der ebenfalls beobachtet hatte, wie ein Fahrer und in einem anderen Fall eine Fahrerin den gehandicapten Kunden herunterputzten und ihm jegliche Hilfe verweigerten, obwohl sie dazu verpflichtet seien, wie die Vestische auf Anfrage unserer Zeitung betonte.

„Eine Fahrerin erklärte sich für nicht zuständig, als die Rampe an der Freiheit für den Rollstuhlfahrer ausgefahren werden sollte“, sagte Hans-Jörg Hartwich in einem Gespräch mit der Halterner Zeitung. Rücksichtslosigkeit habe er aber auch bei anderen Fahrgästen beobachten können, die über „die Rampe heruntergetrampelt“ seien, als er dem Rollstuhlfahrer beim Hinausfahren behilflich war: „Wir alle können von jetzt auf gleich in dieselbe Situation wie der Mann geraten. Mehr Empathie wäre schön.“

„Es ist Aufgabe des Busfahrers, sein Fahrzeug zu sichern, nach hinten zu gehen und die Rampe für den Rollstuhlfahrer herunterzulassen“: Stellvertretender Pressesprecher der Vestischen, Reimund Kreutzberg, sagte am Freitag auf unsere Anfrage, dass Busfahrer verpflichtet seien, Fahrgästen im Rollstuhl zu helfen. Dazu müssten sie ihr Fahrzeug sichern und das in jedem Bus befindliche Werkzeug nehmen, um die Rampe für den Rollstuhl-Passagier herunterzulassen. "Das ist zwar mit Aufwand für den Fahrer verbunden, aber die Vorschriften sind eindeutig", so Kreutzberg. 

Fahrgäste hatten Herz am rechten Fleck

Im Gegensatz zu den Fahrern hatten glücklicherweise andere Fahrgäste, dass sie das  Herz am rechten Fleck haben und standen dem Rollstuhlfahrer in seiner Not bei. „Das dürfen die Fahrgäste aus Sicherheitsgründen aber nicht tun. Schließlich könnten sie sich verletzen. Unsere Fahrer wissen, dass sie allein verantwortlich sind.“

Die Linie 298 werde nicht von der Vestischen selbst, sondern von einem für die Vestische tätigen Privatunternehmer bedient. Norbert Konegen, Pressesprecher der Vestischen, hatte auf Anfrage der Halterner Zeitung gesagt, dass „das Verhalten des Fahrers Konsequenzen“ haben werde. 

Vater ist sehr dankbar für Hilfe

Der Vater des jungen Rollstuhlfahrers sagte am Freitag , dass er den Helfern sehr dankbar seien, die seinem Sohn beigestanden hätten. Er sagte zudem, dass sein Sohn "eigentlich sehr aufgeschlossen ist und die selbstständigen Fahrten mit dem Bus genießt, um kleinere Besorgungen zu erledigen": "Wegen des Vorfalls ist ihm das Busfahren gründlich verleidet worden. Fahren will er jetzt erst einmal nicht mehr."

 

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