RVR-Ranger hüten am Silbersee III einen Naturschatz

Besucher missachten Verbote

Tausende Menschen aus dem ganzen Ruhrgebiet pilgerten am Wochenende zum Silbersee II, um sich eine Abkühlung zu verschaffen. Immer häufiger wird aber auch der Silbersee III, auf der anderen Seite zwischen Sythen und Hausdülmen, angesteuert. "Hier ist das Baden allerdings strengstens verboten", warnt Benjamin Rohloff vom Regionalverband Ruhr (RVR).

SYTHEN

, 05.07.2015, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ralf Wilms und Benjamin Rohloff waren am Wochenende als Ranger am Silbersee 3 zwischen Sythen und Hausdülmen im Einsatz.

Ralf Wilms und Benjamin Rohloff waren am Wochenende als Ranger am Silbersee 3 zwischen Sythen und Hausdülmen im Einsatz.

Der 37-Jährige ist einer von insgesamt acht staatlich geprüften Natur- und Landschaftspflegern beim RVR, den sogenannten Rangern. Am Wochenende war er mit seinem Arbeitskollegen Ralf Wilms im Einsatz, um am Silbersee III nach dem Rechten zu schauen. Vor allem am Samstag hatten die beiden eine Menge zu tun. „Rund um den See stehen überall Verbots- und Hinweisschilder, trotzdem halten sich viele Leute leider nicht an die Vorschriften“, erzählt Rohloff. Oft sind es auswärtige Gäste und Jugendliche, die den See aufsuchen, um dort zu baden, zu grillen oder sogar zu zelten. „Dabei ist der See lediglich für die stille Erholung gedacht“, erklärt der RVR-Ranger.

Uferbereiche sind tabu

Der etwas versteckt liegende See befindet sich in einem Wasserschutz- und Landschaftsschutzgebiet zwischen Dülmen und dem äußersten Norden Halterns. Er ist ein wahrer Naturschatz mit seinem schön ausgebauten 5 fünf Kilometer langen Rundweg, den Aussichtsplattformen und Rastplätzen mit Blick auf den See. Dem Betrachter bieten sich hier eindrucksvolle optische Genüsse der Flora und Fauna. Wandern, Radfahren und Picknicken ist auf den ausgeschilderten Wegen erlaubt. Auch für den Angelsport wird der See genutzt. Die Uferbereiche allerdings sind Tabuzone.

Das Problem sei, so RVR-Ranger Ralf Wilms, dass von diesem See noch Wasser in den Silbersee II gepumpt wird. „Dadurch werden Sandstrände freigelegt, die dazu einladen, dort zu verweilen.“ Aber: Als Badesee ist das Gewässer ausdrücklich nicht geeignet. „Es ist sogar lebensgefährlich hier zu baden“, betont Wilms. Im Uferbereich gebe es viele steile Abbruchkanten, wo es zu gefährlichen Unterspülungen kommen könne. „Es gibt hier weder eine Badeaufsicht noch eine entsprechende Infrastruktur. Der See ist daher nicht fürs Schwimmen freigeben.“

Problem: der Müll

Dennoch seien am Samstag wieder Badewillige auf der Suche nach Wasser am Silbersee III unterwegs gewesen, etliche aus dem Ruhrgebiet, viele von ihnen mit Hund. Die beiden Ranger informierten, dass die Hunde an der Leine zu führen sind und das Baden nicht erlaubt ist. „Grundsätzlich sind die Leute gut ansprechbar und häufig nur falsch informiert. Die meisten zeigen sich einsichtig“, sagt Wilms, der als weiteres Problem die hinterlassenen Müllberge nennt. Nach solch einem Wochenende seien drei Mann bis zu zwei Tage unterwegs, um den Müll zu beseitigen. „Für die Verursacher kann das im Zweifelsfall ganz schön teuer werden“, appelliert er an die Vernunft der Besucher.  

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt