Die Weltkriegsmunition wurde in der Nähe der Steverbrücke und des Walzenwehrs auf Gelsenwassergelände gefunden. © Silvia Wiethoff (Archiv)
Munitionsfund

Scharfe Weltkriegsmunition bei Bauarbeiten in Haltern entdeckt

An der Steverbrücke wurde bei Bohrungsarbeiten am Donnerstagnachmittag Weltkriegsmunition gefunden. Zur Beseitigung rückten die Kampfmittelräumer der Bezirksregierung Arnsberg an.

In der Nähe der Steverbrücke am Walzenwehr des Halterner Stausees wurden am Donnerstagnachmittag bei Bohrungsarbeiten gegen 15.30 Uhr kleine Granaten und Patronenhülsen, höchstwahrscheinlich aus dem 2. Weltkrieg, gefunden. Die Gelsenwasser AG, auf deren Gelände die Munition gefunden wurde, verständigte Polizei und Feuerwehr.

„Die Kampfmittelräumung übernehmen aber nicht wir selbst, sondern dafür ist die Bezirksregierung Arnsberg zuständig“, so Werner Schulte, der Leiter der Halterner Feuer- und Rettungswache. Die Feuerwehr war für die Sicherung des Geländes zuständig.

„Gefunden wurde die Munition bei der Überbohrung einer Grundwassermessstelle auf dem Gelsenwasser-Gelände“, teilt das Halterner Ordnungsamt auf Anfrage mit. „Da dort eine alte Bohrung neu überbohrt wurde, war es nicht erforderlich, den Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung bereits im Vorfeld einzuschalten.“

Scharfe Munition von Flugabwehrgeschützen

Bei den Patronenhülsen handelt es sich um Munition von Flugabwehrgeschützen, wie sie im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde. „Sie waren zum Teil abgefeuert, zum Teil aber auch noch scharf“, teilt der Halterner Ordnungsamt mit. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Arnsberg rückte deshalb in Haltern an und sammelte die Munition sachgerecht ein. „Es wurden 44 kleine Granaten von etwa 2 cm Größe gefunden“, teilt Ursula Kissel, Sprecherin der Bezirksregierung Arnsberg, mit.

Die Bezirksregierung fasst für den Fall von Kampfmittelfunden wichtige Verhaltensregeln zusammen:

  • Kampfmittel nicht berühren!
  • Wurden Kampfmittel versehentlich mit der Hand aufgenommen, vorsichtig ablegen.
  • Wurde das Kampfmittel durch eine Baumaschine erfasst oder auf ein Fahrzeug verladen, Kampfmittel in der Lage belassen. Maschine abstellen und sichern.
  • (Weitere) Erschütterungen vermeiden, Arbeiten am Fundort einstellen.
  • Fundstelle markieren.
  • Fundort räumen.
  • Unbefugte vom Fundort fernhalten und warnen.
  • Polizei und Ordnungsamt alarmieren.

Die Munition wurde abtransportiert. Da der Baustellenbereich sowieso für die Öffentlichkeit abgesperrt ist, war keine zusätzliche Sperrung notwendig. „Auch die Arbeiten am Walzenwehr sind dadurch nicht beeinträchtigt“, teilt das Halterner Ordnungsamt mit. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung wird die Stelle aber in Kürze noch einmal untersuchen, da dort noch weitere Funde vermutet werden.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter

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